Sind Honigbienen schuld am Rückgang von Wildbienen?

Bei allen Blüten besuchenden Insekten ist der Pollen die Hauptnahrung, besonders für die Entwicklung der Larven und somit entscheidend für eine erfolgreiche Vermehrung. Manche Wildbienenarten brauchen Pollen von ganz speziellen Pflanzen. Die Analysen betreffend der Pollen-Qualität zeigen im Pollenmonitoring des DeBiMo (deutsche Bienen-Monitoring) ein düstereres Bild. 9 von 10 Proben haben mindestens einen Wirkstoff aus der Landwirtschaft. Die Hälfte ist mit mindestens 10 verschiedenen Wirkstoffen kontaminiert, die Spitzenreiter liegen bei über 40 verschiedenen Wirkstoffen aus der Landwirtschaft. Dabei stammen diese Pollen Proben von lebenden Bienenvölkern, die von Imkern betreut und geschützt werden. Diese Unterstützung fehlt den bedrohten Wildbienenarten, die Konsequenzen für deren Population sind fraglich.
Berichte, welche unter anderem die Honigbiene als Ursache für den Rückgang der Wildbienen Population ausmachen wollen, sind daher aus rein wissenschaftlicher Sicht unvollständig und nicht hinreichend hinterfragt. Würde man die Pollen-Pakete jener Wildbienen Nester, welche nicht geschlüpft sind, auf PSM Rückstände analysieren, ergäbe dies ein ähnliches Bild, wie im DeBiMo bereits schon lange bekannt. Leider wurden solche Untersuchungen bisher immer noch nicht durchgeführt. Vorwürfe hinsichtlich der Konkurrenz von Honigbienen zu Wildbienen sind daher als sehr fragwürdig zu bewerten.

Passend hierzu ein interessantes Video über Mauerbienen:
https://youtu.be/4mnKSXkB6GU

Woher kommt der Begriff „Bienensterben“ tatsächlich?
Historisch betrachtet sind die Imker schuld. Denn man hat über eine lange Phase, seit Einführung der Neonics, massiv Probleme bei den Honigbienen feststellen können. Die Medien und Wissenschaftler haben vor allem ab 2004 in den USA den Begriff CCD geprägt. 2008 wurde bei der weltweit größten Bienenvergiftung aus legaler Anwendung in den Medien vom großen Bienensterben berichtet. Dabei waren nicht nur die Honigbienen, sondern auch alle Wildbienen betroffen. Die BAYER AG spricht heute noch von einem Unfall, dabei hatte man bereits 2002 auf der Tagung der ICPBR vor katastrophalen Vergiftungen gewarnt.
Nach 2008 wurden Auflagen zur Neonic-Problematik eingeführt, jedoch ohne Erfolg. 2018 wurden dann diese Stoffe für die Anwendung im Freien verboten. In Gewächshäusern sind diese fraglichen Wirkstoffe immer noch legal anwendbar.

https://www.geo.de/natur/oekologie/insektenforscher—begriff–bienensterben–ist-irrefuehrend–31876956.html

Autor: Christoph Koch, Ehrenmitglied DBIB

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