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Jetzt unterschreiben und gemeinsam BIENEN UND BAUERN RETTEN!

Für mehr Informationen zu der Europäischen Bürgerinitiative gibt es hier:

http://bienenundbauernretten.de

 

Aktuelle Beiträge

Imkerproteste zur Grünen Woche in Berlin Januar 11, 2020

Aufruf Protestaktion (Mi. 15.01, 11 Uhr) und gemeinsamer Auftritt bei der Wir-haben-es-satt-Demo (Sa. 18.01., 12 Uhr)

Liebe Imkerkolleg*innen und Mitstreitende,

Bitte kommt zur gemeinsamen Protestaktion am kommenden Mittwoch, 15.01., vor das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin!

Anlass ist der Fall der Imkerei Seusing aus Brandenburg, die aufgrund zu hoher Glyphosatbelastung über vier Tonnen Honig entsorgen muss. Ein Alptraum, den schon so mancher Imkerbetrieb durchlaufen musste und der heutzutage leider viele von uns treffen kann. Deshalb wollen wir Solidarität zeigen und Bundesagrarministerin Julia Klöckner die Konsequenzen ihrer verfehlten Politik direkt vor Augen führen. Gemeinsam werden wir den Glyphosat-belasteten Honig der Seusings vor dem Landwirtschaftsministerium abladen und Klöckner zu einer Stellungnahme auffordern.

Ort: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Wilhelmstraße 54, 10117 Berlin

Zeitpunkt: Mittwoch, 15. Januar 2020, 11 Uhr

Für die Aktion brauchen wir dringend noch tatkräftige Unterstützung. Bitte kommt mit Arbeitskleidung und Smoker. Je mehr wir sind, desto besser!

Alle Hintergründe zu dem Fall: www.aurelia-stiftung.de/glyphosat-im-honig

Weitere Terminhinweise:

Samstag, 18.01.20, ab 12 Uhr: Gemeinsamer Imker-Block auf der Großdemonstration „Wir haben es satt!“. Ort: Brandenburger Tor, Platz des 18. März, 10117 Berlin.                                               

Wer es einrichten kann

um 10 Uhr

Bauernprotest beim Agrarministergipfel

Übergabe der bäuerlichen Protestnote beim Auswärtigen Amt (Werderscher Markt 1, Berlin-Mitte)

Treffen ab 11.30 Uhr       zum Anzünden der Smoker unter dem Brandenburger Tor

Samstag, 18.01.20, ca. 14.30 Uhr: Imker Sebastian Seusing spricht auf der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor.

Weitere Informationen zur Demonstration: www.wir-haben-es-satt.de

Landwirte fürchten zurecht um ihre Existenz. Ursache sind aber nicht die Umweltauflagen. November 26, 2019
Wo sehen wir als Berufsimker denn heute die Hauptursachen der Probleme in der Landwirtschaft?

Das Hauptproblem liegt darin, dass unsere Landwirte seit Jahrzehnten unter einem extremen ökonomischen Druck stehen. Unter der Überschrift „Wachse oder weiche“ findet der sogenannte „Strukturwandel“ statt. Man könnte diesen Prozess aber auch „intensiviere oder weiche“ nennen. Für die Bienen bedeutet dies ein reduziertes Trachtangebot, Mähverluste und beständig Pflanzenschutzmitteln ausgesetzt zu sein. Hummeln und Solitärbienen fehlen zudem die Nistmöglichkeiten und die verbleibenden Biotope sind nicht vernetzt. Mit dieser Analyse stehen wir nicht allein. Vom bayerischen Jagdverband kann man ähnliche Aussagen über die Situation beim Niederwild hören.

Quellen (v. l. n. r.) :
PLOS ONE More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas
Vortrag “ GRÖßER, SCHNELLER BREITER – WOHIN GEHT DER TREND BEI LANDMASCHINEN?“, Dr. Johann Habermeyer Kuratorium Bayerischer Maschinen- und Betriebshilfsringe e.V
Agrarbericht Bayern 2016
Landesjagdverband Niedersachsen – Artenvielfalt in der Kulturlandschaft 08.02.2011

Sehen die Berufsimker die Landwirte als eine Art Feindbild?

Nein, ganz im Gegenteil. Der Landwirt ist in diesem System ebenso eine bedrohte Spezies. Wenn man die Kurven über den Niedergang der Insektenbiomasse, der Vögel oder der Niederwildstrecken und der Zahl der
landwirtschaftlichen Betriebe z.B. in Bayern übereinander legt, sind diese nahezu deckungsgleich. Die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft prognostizierte bereits 2017 eine weitere Halbierung der Betriebe bis 2030 auf etwa 50 000. Wir müssen gemeinsam Wege finden, unsere bäuerliche Landwirtschaft und die Biodiversität in der Kulturlandschaft zu erhalten. Wir wollen dabei keine einseitige Optimierung der Landwirtschaft für die Honigbiene. Vielmehr haben wir in beispielhaften Projekten immer andere Verbände ins Boot geholt und uns vor allem darum gekümmert, neue Wege zur Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu finden. Nachhaltige Landnutzung lässt sich nur mit Betrieben umsetzen, die auch ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell haben. Die bisher agrarpolitisch gesetzten Rahmenbedingungen können kaum als wirtschaftlich nachhaltig bezeichnet werden, wenn alle 12 bis 15 Jahre die Hälfte der Betriebe aufgeben muss.

Hat die Politik bereits die Weichen für eine Verbesserung der Lage von Landwirten und Umwelt gestellt?

Leider nicht und im derzeitigen politischen Umfeld in Brüssel ist eher mit einer deutlichen Verschlechterung zu rechnen. Die Agrarindustrie hat die Politik fest im Griff. Das gilt sowohl für die Neuausrichtung der gemeinsamen Agrarpolitik ab 2020 als auch durch Freihandelsabkommen wie Mercosur.

Die Agrarpolitik wird nicht für die Landwirte gemacht, sondern wird maßgeblich beeinflusst von Konzernen, die an den Landwirten verdienen.

 

Unsere Bauern werden in diesem System noch weiter unter Druck geraten und damit noch weniger Spielraum für einen rücksichtsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen haben.

Durch das Volksbegehren in Bayern und weitere, die diesem Beispiel folgen, ist die Politik gezwungen, zumindest den Anschein zu erwecken, man sei an einer bienenfreundlichen Landwirtschaft interessiert. Noch wichtiger als eine hohe Beteiligung an diesen Initiativen ist, dass es eine große Bereitschaft gibt, eine wirklich nachhaltige Landwirtschaft auch beim Einkauf zu unterstützen. Hier genügt es nicht, über die „Geiz ist geil“ Mentalität der Verbraucher zu schimpfen. Es muss auch transparente und glaubwürdige Angebote geben, für die sich der Verbraucher entscheiden kann.

Als Vorbild mussten wir bisher auf „politikfreie Lösungen“ Lösungen setzen, die ohne Systemwechsel umsetzbar sind. So haben wir eine Reihe von Projekten für eine bienenfreundliche Landwirtschaft gemeinsam mit Landwirten und anderen Partnern erarbeitet. Dabei bilden wir als Imker ein wichtiges Bindeglied zum Verbraucher.

Insbesondere ist unsere Zusammenarbeit mit konventionellen Milchbauern unter der Marke „Sternenfair“ ein gutes Beispiel, dass es tatsächlich möglich ist, Bienen und Bauern zu retten.

„Seit 10 Jahren arbeiten wir erfolgreich gemeinsam mit den Berufsimkern und anderen Verbänden zusammen, um unsere Produktionsweise sowohl bienenfreundlich als auch wirtschaftlich für unsere Betriebe zu gestalten. Im gleichen Zeitraum hat fast ein Drittel der Milchviehbetriebe in Bayern aufgeben müssen. Unsere langjährige Zusammenarbeit zeigt, dass es möglich ist, Bienen und Bauern zu retten, wenn man bereit ist, neue Wege zu gehen.“, sagte in einer gemeinsamen Presseerklärung mit dem DBIB und dem Bund Naturschutz Jakob Niedermaier, Geschäftsführer der sternenfair Milchvermarktungs GmbH.

Neu ist der Bienenstrom. In Zusammenarbeit mit den Elektrizitätswerken Nürtingen und Landwirten auf der Schwäbischen Alb ermöglichen wir es Stromkunden, durch Anbieterwechsel auf der Seite bienenstrom.de jeweils eine Fläche zum Blühen zu bringen, die in der Regel größer ist als der eigene Garten.

Unsere Erfahrungen haben wir auch bei der Organisation der Europäischen Bürgerinitiative einbringen können: https://berufsimker.de/2019/11/europaeische-buergerinitiative-bienen-und-bauern-retten/

Update: Traktorenaufmärsche – grüne Kreuze – Mahnfeuer – Bauernproteste – warum und wofür? – Ein sehr lesenswerter Beitrag von Stefan Kreppold, Biolandwirt aus Wilpersberg bei Aichach.