Ein herzliches „Hallo“ vom DBIB

Unsere Top Themen


Aktuell: DBIB Pressemeldung vom 12.04.2021

Imkern ist kein Trend sondern ein traditioneller Ausbildungsberuf

Berufsverband der Imkerinnen und Imker fordert Einführung eines Bienenhaltungsscheins für Freizeitbienenhalter

Bienenhaltung ist zum Trend geworden, was nicht zuletzt durch die immer häufiger in Discountern, Fernsehen oder über Social Media angebotenen „alternativen“ Bienenbeuten, -kisten, -stämme, -boxen oder ähnliches zu beobachten ist. Beim Kauf solcher, vermeintlicher Neuigkeiten wird aber oft übersehen, dass Imkern auf einer jahrtausendealten Beschäftigung des Menschen mit der Natur beruht, aus der sich über einen langen Zeitraum hinweg ein heute klar definiertes Berufsbild entwickelt hat.

Annette Seehaus-Arnold, Präsidentin des Deutschen Berufs und Erwerbs Imker Bund erläutert dazu: „Imkerin bzw. Imker war und ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Darum fordern wir vom Deutsche Berufs und Erwerbs Imker Bund auch wieder die traditionelle Berufsbezeichnung „Imkerin“ bzw. „Imker“ zurück. Die heute übliche Benennung als „Tierwirt Fachrichtung Imkerei“ ist für die Allgemeinheit einfach nicht aussagekräftig genug, um uns Imkerinnen und Imker darin wiederzuerkennen. Eine Imkerin oder ein Imker kann sogar die Meisterprüfung ablegen und damit auch Lehrlinge ausbilden.“ 

Der Berufsverband der Erwerbsimkerinnen und -imker erkennt außerdem auch erfahrene Bienenhalterinnen und Bienenhalter, die über Jahre mindestens 30 Völker besitzen und betreuen, als Imkerin oder Imker an.

„Imkerinnen und Imker sorgen intensiv für ihre Bienen und deren Wohlergehen ebenso wie Landwirte ihre Hühner, Schweine oder Kühe betreuen. Vergleichbar den Kolleginnen und Kollegen aus der Landwirtschaft, bestreiten auch Berufs-Imkerinnen und -Imker ihren Lebensunterhalt – zumindest zu einem wesentlichen Teil – von den Schätzen ihrer Nutztiere, auch wenn diese wesentlich kleiner sind als die üblichen Bauernhoftiere,“ erklärt Imkermeister Klaus Ahrens, Vizepräsident des Deutschen Berufs und Erwerbs Imker Bund.

Darum empfiehlt der Deutsche Berufs und Erwerbs Imker Bund dringend – ähnlich wie es z. B. für die Haltung von Lamas oder Alpakas vorgeschrieben ist – auch für die Bienenhaltung die Ablegung entweder einer Prüfung oder wenigstens eines Sachkundenachweises zur Bestätigung der notwendigen Kenntnisse zur artgerechten Haltung von Bienen einzuführen. Denn oft wird aus falscher Bienenliebe eine Kiste mit Bienen angeschafft und diese werden aufgrund fehlender Kenntnisse nicht artgerecht betreut oder verwahrlosen gar. Hierin sieht der Berufsverband der deutschen Erwerbsimker einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Honigbienen bedürfen wie jedes andere Nutztier besonderer Fürsorge. Verwahrloste Bienenschwärme können u. a. durch die Übertragung von Krankheiten eine Gefahr für anderen Bienen darstellen, finden unter Umständen keine geeignete Behausung mehr und sind dann dem Tod geweiht, da sie verhungern oder durch die Varroamilbe zu Grunde gehen, weil sie keine professionelle Schutzbehandlung gegen die Milbe erhalten.

Für Bienenfreunde, die Bienen als Hobby halten möchten, verlangt der Deutsche Berufs und Erwerbs Imker Bund zum Wohl der Bienen und auch aus tierschutzrechtlichen Gründen die Einführung eines „Bienenhaltungsscheins“ analog des Anglerscheins, der z.B. auch für Hobby-Angler erforderlich ist. Der Deutsche Berufs und Erwerbs Imker Bund schlägt für den Bienenhaltungsschein, der unter dem Begriff „Imkerführerschein“ bereits politisch diskutiert wird, die Qualifikation als „Freizeitbienenhalter“ vor, der Bienen betreut oder beherbergt. Wobei darauf hingewiesen werden muss, dass schon jetzt – nach aktueller Gesetzeslage – jeder, der Bienen hält, dazu verpflichtet ist, dies bei seinem örtlichen Veterinäramt zu melden, je nach Bundesland auch bei der Tierseuchenkasse und zudem deutschlandweit die Verpflichtung besteht, gegen die für Bienen lebensbedrohende Varroamilbe zu behandeln.

Als minimale Ausbildungsinhalte fordert der Deutsche Berufs und Erwerbs Imker Bund, der als Berufsverband der deutschen Imkerinnen und Imker auf ein Mitspracherecht bei der Festlegung der Inhalte besteht, einen Nachweis von Kenntnissen in den folgenden Grundlagenbereichen der Bienenhaltung: Biologie der Honigbiene, Völkerführung, Tierwohl, Bienengesundheit und Bienenkrankheiten, Lebensmittelhygiene und Gesetzesgrundlagen zum Honig sowie Varroamanagement. Die abschließende Prüfung soll von den örtlichen Veterinärämtern abgenommen werden um zu gewährleisten, dass dort auch gleich alle Bienenfreunde erfasst und ordnungsgemäß gemeldet werden. Die theoretischen Grundlagen können durch Eigenstudium erworben oder durch entsprechende Kurse vermittelt werden. Nach bestandener theoretischer Prüfung kann dann ein Praxiskurs besucht werden, um die notwendige Erfahrung im direkten Umgang mit den Bienen zu erlangen.


Feed der aktuellen Blog-Beiträge


Weitere Beiträge unter: Aktuelles und Marktplatz

Erfolg für den Bienenschutz April 12, 2021
Bundesbehörde verbietet Anwendung von umstrittenem Pestizid-Wirkstoff in der Rapsblüte

Aurelia Stiftung und Deutscher Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V. (DBIB) begrüßen die neu erlassene Anwendungsbeschränkung für Pestizide mit dem Neonicotinoid-Wirkstoff Acetamiprid und werten diese als einen wichtigen Schritt für den Schutz von Bienen und Imkereien.
Berlin, 16. März 2021 Acetamiprid ist ein Insektizid aus der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide, die aufgrund ihrer besonderen Bienenschädlichkeit hochumstritten und bereits teilweise verboten sind. Im Rapsanbau wird Acetamiprid zur Bekämpfung des Rapsglanzkäfers angewendet. Der Einsatz von Neonicotinoiden in der Rapsblüte war bisher gängige Praxis, auch die acetamipridhaltigen Pflanzenschutzmittel Mospilan SG und Danjiri waren hierfür zugelassen. Dass solche Blütenspritzungen zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden bei Bienen und darüber hinaus zu problematischen Rückstandsbelastungen von Honig führen können, ist nachgewiesen. Ist der Honig übermäßig durch Pestizide belastet, wird er unverkäuflich und dadurch zu einem Existenzrisiko für die betroffenen Imkereibetriebe.

BVL reagiert auf öffentlichen Druck

Nach anhaltender Kritik unter anderem vonseiten der Aurelia Stiftung und des DBIB hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) endlich reagiert und eine Mitteilung veröffentlicht, dass ab sofort die Verwendung von Mospilan SG und Danjiri gegen den Rapsglanzkäfer eingeschränkt wird. Die Insektengifte dürfen ab sofort nur noch vor dem Öffnen der Rapsblüte gespritzt werden.

Der DBIB und die Aurelia Stiftung bewerten diesen Schritt als großen Erfolg für die gemeinsam betriebene Aufklärungsarbeit zum Schutz von bestäubenden Insekten und deutschen Imkereiprodukten – insbesondere dem allseits beliebten Rapshonig. Wir erwarten jetzt von den rapsanbauenden Betrieben, dass sie den neuen Vorschriften Folge leisten und keine acetamipridhaltigen Pestizide mehr in die Rapsblüte spritzen. Außerdem erwarten wir eine erhöhte Sensibilität und Rücksicht auf Bienen und Imkereien bei der Anwendung anderer Insektizide und Fungizide in der Rapsblüte.

Annette Seehaus-Arnold, Präsidentin des Deutschen Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V., erläutert dazu: „Mehrfach haben wir uns bezüglich der Blütenspritzungen von Raps an das BVL und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gewandt. Immer wieder haben wir gefordert sicherzustellen, dass die EU-Bestimmungen zum Schutz der Bienen eingehalten werden und der Einsatz bienenschädigender Pestizide in blühenden Pflanzen verboten wird. Vor allem die unsägliche Spritzung in die Blüten haben immer wieder zu Bienenschäden und Pestizid-Rückständen im Honig geführt. Für uns ist die jetzt erfolgte Mitteilung des BVL ein wichtiger Erfolg. Unsere Forderung, die Anwendung von Acetamiprid in der Rapsblüte zu unterbinden, wurde endlich umgesetzt. Noch mehr Freude würde es uns bereiten, wenn das BVL auch noch die Notfallzulassungen von Insektengiften, die von der EU bereits verboten sind, generell unterbinden würde.“

Johann Lütke Schwienhorst, Agrarreferent der Aurelia Stiftung, erklärt: Neben den bestäubenden Insekten und Imker*innen profitieren letztlich auch die Rapsanbauer selbst erheblich von der geschaffenen Klarheit, die das Anwendungsverbot von Acetamiprid in der Blüte mit sich bringt. Der Rapsglanzkäfer, gegen den dieser Wirkstoff zugelassen ist, richtet im Blühstadium ohnehin keinen Schaden mehr an. Der Schutz von Bestäubern liegt im ureigenen Interesse von Rapsanbauern und ist auf lange Sicht ertragsfördernd. Die bisherige Zulassung von Acetamiprid-Produkten wie auch die Werbung der Herstellerfirmen luden regelrecht dazu ein, diese Mittel auch gegen andere Rapsschadinsekten in die Blüte zu spritzen, gegen die Acetamiprid-Produkte gar nicht offiziell zugelassen sind.“

Weitergehende Schritte notwendig

Im Zuge der neu erlassenen Anwendungsbeschränkung sehen DBIB und Aurelia Stiftung weiteren dringenden Handlungsbedarf aufseiten der Behörden. Die Anwendungsbeschränkung in der Rapsblüte muss nun schnellstmöglich auch über die Landespflanzenschutzdienste und die Fachverbände an die rapsanbauenden Betriebe kommuniziert werden. Weiterhin ist ein konsequenter Vollzug der Anwendungsbeschränkung auch für die schon laufende Anbausaison zu gewährleisten. Nur wenn die Behörden konsequent auf Verstöße hin kontrollieren und diese nachverfolgen, kann die Haftungsfrage bei Acetamiprid-Grenzwertüberschreitungen im Honig zwischen Imkereien und Verursachern geklärt werden. Bisher bleiben Imkereien auf den fremdverursachten Schäden sitzen und müssen ihren verunreinigten Honig am Ende sogar noch auf eigene Kosten entsorgen.

Wir geben außerdem zu bedenken, dass die grundsätzlichen Defizite in der Pestizid-Produktzulassung, die überhaupt erst zu einer Zulassung von Acetamiprid-Produkten in der Blüte geführt haben, noch immer nicht behoben sind. Das BVL hat zum Beispiel das im Rapsanbau weit verbreitete Pyrethroid Karate Zeon (Hersteller Syngenta) wie auch schon Acetamiprid als „schädigend für bestäubende Insekten“ eingestuft und empfiehlt unverbindlich, diese Mittel vorzugsweise in den Abendstunden auszubringen, um Bestäuberpopulationen zu schonen. Im Widerspruch zu dieser sowie der neu erfolgten Auflage stuft das BVL beide Mittel aber weiterhin als „B4=Bienenungefährlich“ ein. An diesem von uns seit Langem angeprangerten Missstand ändert auch die neue Auflage für Acetamiprid nichts. Produkte wie Karate Zeon und andere für Bestäuber sowie Honigernten problematische Pestizide werden trotzdem weiter in der Rapsblüte zum Einsatz kommen. Blütenspritzungen bleiben grundsätzlich möglich und sind nach wie vor eine erhebliche Gefahr für Honigernten und für blütenbesuchende Insekten und somit für die Biodiversität. DBIB und Aurelia Stiftung setzen sich deshalb weiter für eine grundlegende Anwendungsbeschränkung von Pestiziden in blühenden Pflanzenbeständen ein.

Mehr lesen:

Bayern: Kostenfreie Honiganalysen für Regionen mit Thiamethoxam gebeiztem Zuckerrübensaatgut März 27, 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie darüber in Kenntnis setzen, dass das StMELF in Zusammenarbeit mit dem TGD Bayern e.V. Folgendes festgelegt hat:
Imkernde aus Bayern, die Bienenvölker im Umfeld von mit Thiamethoxam-gebeiztem Saatgut bestellten Feldern besitzen, erhalten die Möglichkeit eine voll aus Fördermitteln finanzierte (d.h. kostenfreie) Analyse ihres Honigs auf Neonicotinoide beim TGD Bayern e.V. durchführen zu lassen. Genauere Informationen und Voraussetzungen finden Sie unter: www.tgd-bayern.de/artikel-bienen.php?DOC_INST=26&SUB=79 („Manueller Weg“: www.tgd-bayern.de > Tiergattungen > Bienen > Informationen).
Ich bitte Sie Ihre Informationskanäle zu nutzen, um Ihren Mitgliedern diese Analysemöglichkeit zur Kenntnis zu bringen und die Information möglichst breit in der Imkerschaft zu streuen. Sollten Rückfragen bestehen, zögern Sie bitte nicht mich zu kontaktieren.
Mit freundlichen Grüßen
 
Dr. Andreas Schierling
 
____________________________
 
Dr. Andreas Schierling
Dr. rer. nat.
 
Fachabteilungsleiter Bienengesundheitsdienst
Tiergesundheitsdienst Bayern e.V.
Senator-Gerauer-Str. 23
85586 Poing
andreas.schierling(at)tgd-bayern.de
tel:    +49  89  90 91 – 231
fax:    +49  89   90 91 –  202
Coronahilfe und Neustarthilfe – Stand März 2021 März 26, 2021

Auch wenn derzeit viel über Öffnungsperspektiven geredet wird, bleibt dennoch die Tatsache bestehen, dass viele Unternehmen in den vergangenen Monaten gravierende Umsatzeinbußen zu verkraften hatten und dass die staatlichen Hilfen in manchen Fällen zögerlich und in anderen Fällen gar nicht angekommen sind.
Mit dem Start der Überbrückungshilfe III und der sogenannten Neustarthilfe soll nun möglichst vielen Unternehmen und Selbständigen geholfen werden.
Noch sind viele Fragen offen. Die Ausgestaltung der beiden Wirtschaftshilfen soll zwar möglichst viele Antragssteller und viele Sachverhalte erfassen, ist dadurch aber komplexer geworden.

Für Antragsteller der Überbrückungshilfe III stellen sich folgende Fragen:

  • Wie kann ich heute meine Umsätze für die Monate März bis Juni prognostizieren, wenn ich noch gar nicht weiß, wie hoch der Umsatz wird?
  • Was versteht man genau unter baulichen Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten?
  • Was fällt alles unter Investition in Digitalisierung?
  • Habe ich in den letzten drei Steuerjahren Zuschüsse nach der De-Minimis-Verordnung bekommen?

Seit dem Start der ersten Soforthilfe im März 2020 gab es – bis jetzt – sechs weitere Formen der Wirtschaftshilfen mit ihren jeweiligen Detailfragen und besonderen Ausgestaltungen. Die einzelnen Richtlinien, Vollzugshinweise und die diversen Versionen der FAQ füllen inzwischen mehrere Ordner. Für detaillierte Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.

Informationen zur Neustarthilfe

Weitergehende Details auf: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

1. Wer beantragt die Neustarthilfe?
Der Antrag kann durch den Mandanten oder prüfenden Dritte gestellt werden.

2. Wer ist antragsberechtigt?
Soloselbständige im Haupterwerb (Anteil SdE mindestens 51%), die

  • weniger als 1 Vollzeitäquivalent an Beschäftigten haben,
  • bei einem deutschen Finanzamt erfasst sind,
  • keinen Antrag auf Überbrückungshilfe III gestellt haben und
  • ihre Selbständigkeit vor dem 01.05.2020 aufgenommen haben.

Aktuell können einen Antrag auf Neustarthilfe stellen:

  • natürliche Personen
  • Kapitalgesellschaften mit einer Gesellschafterin bzw. einem Gesellschafter (Ein-Personen-GmbH, Ein-Personen-UG (haftungsbeschränkt)) bzw. einer Aktionärin oder einem Aktionär (Ein-Personen-AG).

Später soll dies auch möglich sein für:

  • Soloselbständige, die neben ihren freiberuflichen und/oder gewerblichen Umsätzen auch anteilige Umsätze aus Personengesellschaften (PartG, KG, GbR, OHG) erzielen
  • Soloselbständige, die anteilige Umsätze aus Personengesellschaften erzielen und alle ihre selbständigen Umsätze über diese Gesellschaften erzielen.

3. Förderzeitraum und Höhe
Der Förderzeitraum für die Neustarthilfe ist Januar bis Juni 2021 (sechs Monate). Erfüllen Soloselbständige die Antragsvoraussetzungen, wird die Neustarthilfe als Vorschuss ausgezahlt. Sie beträgt einmalig 50 Prozent des sechsmonatigen Referenzumsatzes, maximal aber 7.500 Euro.

Zur Berechnung des sechsmonatigen Referenzumsatzes wird grundsätzlich das Jahr 2019 (1. Januar bis 31. Dezember 2019) zugrunde gelegt. Der durchschnittliche monatliche Umsatz des Jahres 2019 ist der Referenzmonatsumsatz. Der sechsmonatige Referenzumsatz ist das Sechsfache dieses Referenzmonatsumsatzes.

  • Referenzumsatz = (Jahresumsatz 2019 / 12) x 6
  • Neustarthilfe = 0,5 x Referenzumsatz

Antragstellende, die ihre selbständige Tätigkeit zwischen dem 1. Januar 2019 und 30. April 2020 begonnen haben, können als Referenzmonatsumsatz entweder

  • den durchschnittlichen monatlichen Umsatz über alle vollen Monate der Geschäftstätigkeit im Jahr 2019 heranziehen (Vergleichszeitraum: 1. Januar 2019 (oder später) bis 31. Dezember 2019),
  • den durchschnittlichen Monatsumsatz der beiden Vorkrisenmonate Januar und Februar 2020 (Vergleichszeitraum: 1. Januar 2020 bis 29. Februar 2020)
  • oder den durchschnittlichen Monatsumsatz des 3. Quartals 2020 (Vergleichszeitraum: 1. Juli 2020 bis 30. September 2020)

heranziehen.

4. Endabrechnung
Sie müssen unaufgefordert bis zum 31.12.2021 eine Selbstprüfung durchführen. Im Rahmen dieser Selbstprüfung sind Einkünfte aus abhängiger Beschäftigung – sofern vorhanden – zu den Umsätzen aus selbständiger Tätigkeit zu addieren. Bitte bei der Beantragung der Neustarthilfe auch die Problematik des Zuverdienstes bzw. Anrechnung der im ersten Halbjahr 2021 erzielten Einnahmen und Einkünfte beachten.

Deutschland missachtet europäische Bienenschutzvorgaben! März 21, 2021

Offener Brief an EU-Kommissarin Stella Kyriakides

Der Deutsche Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V. und Aurelia Stiftung fordern die EU-Kommission auf, sicherzustellen, dass in Deutschland EU-Bestimmungen zum Schutz von Bienen eingehalten werden und der Einsatz bienenschädigender Pestizide in blühenden Pflanzen verboten wird.

Berlin, 11. Februar 2021 | Die kürzlich in Deutschland erteilte Zulassungsverlängerung für Pestizide, die das Insektengift Acetamiprid enthalten, widerspricht geltenden EU-Bestimmungen zum Schutz von Bienen und Umwelt. Darauf weisen die Aurelia Stiftung und der Deutsche Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V. (DBIB) in einem heute veröffentlichten Brief an die EU-Kommissarin Stella Kyriakides hin.

Acetamiprid gehört zu der für Bienen nachweislich schädlichen Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide und wird unter anderem im konventionellen Rapsanbau eingesetzt. Besonders problematisch daran ist: Acetamipridhaltige Mittel werden häufig direkt in die Rapsblüte gespritzt und auch tagsüber während des Bienenflugs ausgebracht. Solche Blütenspritzungen führen zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden bei Bienen und immer wieder auch zu bedenklichen Rückstandsbelastungen von Honig, was wiederum deutsche Imkereibetriebe existenziell gefährdet.

Aus Sicht der Aurelia Stiftung und des DBIB missachtet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Fall der Zulassungsverlängerung von Acetamiprid-Produkten eine Sonderbestimmung der EU. Diese verlangt von allen Mitgliedsstaaten, bei ihren nationalen Zulassungsprüfungen insbesondere auf ein mögliches „Risiko für Wasserorganismen, Bienen und andere Nichtzielarthropoden“ zu achten. Ein solches Risiko sei im Fall von Blütenspritzungen mit Acetamiprid zweifelsfrei gegeben, kritisieren die Aurelia Stiftung und der DBIB. Weiterhin äußern die Organisationen Unverständnis dafür, dass das BVL acetamipridhaltige Produkte offiziell als „bienenungefährlich“ einstuft und somit auch deren Anwendung in der Blüte billigt, obwohl die Behörde an anderer Stelle selber ausführt, dass sich der Einsatz von Acetamiprid schädigend auf Bestäuberpopulationen auswirken kann.

Die Organisationen hatten sich zuvor mehrfach an das BVL und zuletzt mit einem offenen Brief an Bundesagrarministerin Julia Klöckner gewandt, um auf die anhaltend hohe Belastung der Bienen und Imkereiprodukte durch Pestizide hinzuweisen und ein Verbot von Pestizidanwendungen in blühenden Pflanzenbeständen einzufordern. Da eine Reaktion ausblieb, haben sich die Organisationen nun an EU-Kommissarin Kyriakides gewandt und sie gebeten, darauf hinzuwirken, dass Deutschland die Zulassungsregularien der EU einhält und Risiken für Bienen konsequent ausschließt.

Mehr lesen: Offener Brief an Stella Kyriakides: „Germanys disregard of the approval regulation for Acetamiprid” (11.02.2021)

Offener Brief an Julia Klöckner: „Schutz für Bienen und Imkereiprodukte vor Pestizidbelastung“ (15.01.2021)

Weiterführende Links:
Aurelia Stiftung: Pressemeldung „Deutschland missachtet europäische Bienenschutzvorgaben“ (11.10.2021)

„Machen Sie endlich Ernst mit dem Neonicotinoid-Verbot!“ März 21, 2021

Offener Brief an Julia Klöckner

Die Gefährdung bestäubender Insekten durch Neonicotinoide ist hinreichend belegt. Trotzdem billigt die Bundesregierung, dass diese zum Teil längst verbotenen Insektengifte weiter im Ackerbau eingesetzt werden.

Berlin, 15. Januar 2021 | Anlässlich der in mehreren Bundesländern erteilten Notfallzulassungen für den bienenschädlichen und deshalb eigentlich verbotenen Insektizid-Wirkstoff Thiamethoxam haben sich der Deutsche Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V. (DBIB), der Imkerverband Rheinland-Pfalz und die Aurelia Stiftung mit einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sowie den Präsidenten des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Friedel Cramer, gewandt.

Die Organisationen fordern darin unter anderem, bereits erteilte Notfallzulassungen zur Saatgutbehandlung im Zuckerrübenanbau dringend wieder zurückzuziehen und dafür zu sorgen, dass bienenschädigende Insektengifte künftig nicht mehr in blühende Pflanzen gespritzt werden.

Blütenspritzungen schaden Imkereien, Bienen und der Artenvielfalt

Ein besonderes Risiko für Bienen und Imkereien gehe in diesem Jahr von dem Insektengift Acetamiprid aus, heißt es in dem offenen Brief weiter. Acetamiprid wird häufig im Rapsanbau eingesetzt und gehört wie Thiamethoxam zu der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide. Die Anwendung acetamipridhaltiger Mittel in der Vollblüte auch tagsüber während des Bienenflugs ist im Rapsanbau gängige Praxis. Solche Blütenspritzungen führen zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden bei Bienen und immer wieder auch zu bedenklichen Rückstandsbelastungen von Honig, was wiederum deutsche Imkereibetriebe existenziell gefährdet. Die Zulassung für Acetamiprid läuft in Deutschland Ende Februar 2021 aus, soll aber sehr wahrscheinlich verlängert werden.

Dass Acetamiprid hochtoxisch für Bienen ist, erkennen auch die zuständigen Behörden an. Das BVL stuft unter anderem das acetamipridhaltige Mittel Mospilan SG als „schädigend für Populationen von Bestäuberinsekten ein. Anwendungen des Mittels in die Blüte sollten vermieden werden oder insbesondere zum Schutz von Wildbienen in den Abendstunden erfolgen.“. Dieser Erkenntnis zum Trotz erlaubt das BVL aber weiterhin die Anwendung in der Blüte, stuft das Mittel sogar als „B4 – Bienenungefährlich“ ein und billigt Werbung der Hersteller und Händler, die ausdrücklich empfehlen, Mospilan SG in der Blüte anzuwenden.

Notfallzulassungen ohne Not erteilt

Die Notfallzulassungen für Mittel mit dem Wirkstoff Thiamethoxam erfolgen ebenfalls wider besseres Wissen um ihre umwelt- und bienenschädigende Wirkung. Laut des Europäischen Zuckerlobbyverbands sollen durch die Beizung von Zuckerrübensamen mit Thiamethoxam etwa zwölf Prozent Profit der Zuckerindustrie abgesichert werden. Von einem Notfall kann hier nicht die Rede sein. Der ökologische Schaden sowie die wirtschaftlichen Risiken für Imkereien werden dabei billigend in Kauf genommen. Das Gleiche gilt für Rapsblütenspritzungen mit Acetamiprid. Sie dienen vornehmlich dazu, Höchsterträge abzusichern.

Die Belastung von Imkereiprodukten sowie der Bienengesundheit durch Neonicotinoide und andere Pestizide sei anhaltend hoch und besorgniserregend, kritisieren die Verfasser*innen des Briefes. Sie fordern daher:

  • die Pestizidanwendung in blühenden Pflanzenbeständen als unmittelbarste Kontaminationsquelle wirksam zu unterbinden,
  • Pestiziden mit dem Neonicotinoid-Wirkstoff Acetamiprid keine Neuzulassung zu erteilen,
  • die Notfallzulassungen zur Saatgutbehandlung mit Neonicotinoiden zurückzuziehen.

Mit diesen Forderungen werden sich die Organisationen auch beim Protest des Agrarwende-Bündnisses „Wir haben es satt!“ am Samstag, 16.01.2021, vor dem Kanzleramt beteiligen.

„Wer der Biene schadet, gehört abgewählt!“

Johann Lütke Schwienhorst, Agrarreferent der Aurelia Stiftung, sagt: „Im Fall der Zulassungen von Neonicotinoiden wägt Ministerin Klöckner wieder einmal völlig einseitig wirtschaftliche Interessen der Agrarindustrie gegen den dringend notwendigen Schutz der Bienen und Biodiversität und die Interessen der Imker*innen ab. Wer der Biene derart schadet, gehört abgewählt!“

Annette Seehaus-Arnold, Präsidentin des Deutschen Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V., sagt: „Dass „Notfallzulassungen“ für bienenschädigende Pestizide erteilt werden, ohne vorher eine Schadensabwägung mit den betroffenen Imker*innen und Naturschutzvertreter*innen vorzunehmen, ist eine Zumutung und besonders vor dem Hintergrund des Insektensterbens unverantwortlich. Ministerin Klöckner, machen Sie endlich Ernst mit dem Neonicotinoid-Verbot!“

Mehr lesen: Der offene Brief an Julia Klöckner und Friedel Cramer „Schutz für Bienen und Imkereiprodukte vor Pestizidbelastung“ (PDF-Datei, 15.01.2021)

Weiterführende Links:
Aurelia Stiftung: Pressemeldung „Bienengefährliche Ackergifte für Saatgutbeize zugelassen“ (17.12.2020)
DBIB: Offener Brief an Julia Klöckner „Notfallzulassung von zwei Pflanzenschutzmitteln“ (09.12.2020)

Coaching März 21, 2021

Coaching und Betriebsoptimierung

rund um Bienen und die Imkerei.

  • Soll ihr Betrieb effizienter werden?
  • Nachhaltiger wirtschaften?
  • Mit Bienen natürlicher imkern?

Mehr auf: www.bievital.com/index.php/dienstleistungen/coaching/

Marc der Imker

BieVital – Regenerative Bienenhaltung
www.bievital.com
Am Steinhäusle 13 a
76228 Karlsruhe
0721/15649715

Bienen und Königinnen zu verkaufen März 21, 2021

Bienen und Königinnen

  • Biete Kunstschwärme ab Mai zur Selbstabholung im Raum Karlsruhe an. 1,5 kg Bienenmasse mit Gesundheitszeugnis für 120 €.
  • Königinnen aus regenerativer Bienenhaltung ab Mitte Mai erhältlich.

www.bievital.com/index.php/produkte/koenigin-bienen/

Marc der Imker

BieVital – Regenerative Bienenhaltung
www.bievital.com
Am Steinhäusle 13 a
76228 Karlsruhe
0721/15649715