Beeinträchtigung beim Wandern durch Afrikanische Schweinepest

Afrikanische Schweinepest in Brandenburg

Allgemeines und Status Quo

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich international aus. Im September 2020 wurden im südöstlichen Brandenburg die deutschlandweit ersten bestätigten Fälle gemeldet. Die Afrikanische Schweinepest ist nicht auf den Menschen übertragbar. Für Schweine ist sie aber unheilbar und führt in der Regel innerhalb weniger Tage zum Tod. Auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gibt es eine ausführliche Seite mit Fragen und Antworten zur Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Auf www.Agrarheute.com gibt es einen Newsticker und auf dem TierSeuchenInformationsSystem findet man die Liste der festgestellten Fälle. Für April 2021 werden dort Fälle entlang der deutsch-polnischen Grenze von Brandenburg bis Sachsen aufgelistet.

Verbreitungswege

Häufigster Überträger ist der Mensch durch Verbreiten von infizierten Schweinefleischerzeugnissen oder infektiösen Gegenständen, zum Beispiel durch Streifen oder Überfahren eines Kadavers oder durch Wegwerfen von Lebensmitteln an für Wildschweine zugänglichen Stellen.
Der ASP-Erreger kann in einem verwesenden Schwein, in Schlachtkörpern oder Blut mehrere Monate und in Gefrierfleisch mehrere Jahre infektiös sein. Auch die Erde von z.B. Schwarzwildwechseln und -suhlen kann mit infektiösem Blut oder Kot kontaminiert sein.

Transportfahrzeuge, die aus betroffenen Gebieten nach Deutschland zurückkehren, müssen darum die vorgeschriebene Reinigung und Desinfektion des Fahrzeuges nachweisen.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Informationsbroschüre für Landwirte veröffentlicht, da viel vom solidarischen Umgang der Landwirte untereinander abhängt.

Verhalten bei Kadaverfunden

Auf www.tierfund-kataster.de bzw. über die TFK App des deutschen Jagdverbandes können Funde gemeldet werden.
Kadaver sollten nicht berührt werden und Kontaktstellen sind umgehend sorgfältig zu desinfizieren. Waschen mit Wasser und Seife ist nicht ausreichend! Die Desinfektionsmittelliste für den Tierhaltungsbereich der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) hilft geeignete Desinfektionsmittel zu finden. Kontaminierte Kleidung muss in der Waschmaschine mindestens 20 Minuten mit 60 °C gewaschen werden.

Sperrzonen und Verordnungen

Die Landkreise erlassen zur Bekämpfung des ASP eine sogenannte Tierseuchenallgemeinverfügung. Diese ähneln sich von Landkreis zu Landkreis stark oder sind fast identisch. Hier ist die Tierseuchenallgemeinverfügung zur Feststellung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen des Landkreises Oder-Spree vom 13. März 2021.

Um einen Fundort von ASP herum werden drei Zonen eingerichtet: Kerngebiet, gefährdetes Gebiet und Pufferzone.
Für jeden Bereich gibt es verschiedene Maßnahmen. So ist im Kern und im gefährdeten Gebiet die Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Flächen (z.B. für Ernte, Neubestellung, Holzeinschlag) stark eingeschränkt oder sogar komplett verboten.
Im Kerngebiet, das heißt, 3 km um den Fundort herum, ist das Betreten der offenen Landschaft (Acker/Wald) gänzlich verboten. Dieser Punkt kann die Imkerei, vor allem die Wanderimkerei, in der Saison 2021 stark einschränken. Informationen über neu eingerichtete gefährdete Bezirke und Pufferzonen werden über die regionale Tagespresse bekannt gegeben und sind durch Schilder gekennzeichnet. Bei geplanten Anwanderungen mit Bienen in potenziell gefährdete Trachtgebiete gibt die zuständige Veterinärbehörde Auskunft.

Regelungen zur Anwanderung mit Bienen

Noch im September 2020 haben wir auf telefonische Nachfrage hin bei den zuständigen Stellen in den Landkreisen die Antwort bekommen, dass Maßnahmen, die für die Gesunderhaltung des Tierbestandes notwendig sind, uneingeschränkt möglich sein werden. Konkret ging es um das Füttern und die Varroa-Behandlung von Bienenvölkern. Im Fall, dass die Bienen in einem Kerngebiet stehen, muss dafür ein schriftlicher Antrag gestellt werden.

Von Martin Müller und Jacob Böttcher, DBIB Landesgeschäftsführer für Brandenburg


 

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