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Discounterhonige im Test

Ein fragwürdiger Honigtest kursiert derzeit durch viele große Medien darunter WDR, Tagesschau und ZDF. Keine der Redaktionen hat genauer hingeschaut oder bei Imkerverbänden nachgefragt. Und das obwohl europaweit massive Verfälschungen, gerade bei Discounter- und Importhonigen, seit Monaten von den Verbänden nachgewiesen werden. Dass der jetzige Honigtest der Stiftung Warentest tendenziös, journalistisch nachlässig und fachlich voller Fehler steckt, lässt sich kaum übersehen. Dennoch wird er nicht hinterfragt.
Ein Gefälligkeitstest für wen?
Die Stiftung Warentest nennt sich selbst „unabhängig, objektiv, unbestechlich“. Doch mit ihrer Aprilausgabe hat sie Handelskonzernen und Honigabfüllern einen ordentlichen Gefallen getan. Die Aufgabe lautete: Wie können wir deutschen Imkerhonig, noch dazu im bekannten Glas vom Deutschen Imkerbund deutlich abwerten und gleichzeitig billige Mischhonige, zugekauft, vermengt und abgefüllt aus aller Herren Länder, so aufwerten, dass sie wieder kundentauglich werden? Denn genau die preisgünstigen Honige machen das Umsatzgros bei Abfüllern und großen Handelskonzernen aus.
Verbraucher kaufen hochwertiger
Offenbar hat sich etwas getan bei den Verkaufszahlen. Verbraucher sind nicht dumm. Ganz im Gegenteil. Sie wollen gute Qualität zu einem fairen Preis. Und vor allem wollen sie nicht betrogen werden. Die weitverbreitete Honigpanscherei mit Zuckersirup, die deutsche und europäische Berufsimker im letzten Jahr aufgedeckt haben, ist bei den Verbrauchern angekommen. Das hat vielerorts zu einem deutlich veränderten Verbraucherverhalten hin zu hochwertigen, authentischen Imkerhonigen geführt. Das bestätigt auch der Imkerverband Rheinland-Pfalz, der schon lange auf eine gute Öffentlichkeitsarbeit setzt.
Testergebnis offensichtlich gesteuert
Die Frage ist also, wie viel in diesem Test kommt wirklich von der Stiftung Warentest und wie viel wurde von außen auf das Ergebnis eingewirkt? Denn: Die wiederholt uneinheitlich angewandte sensorische Bewertung, bei der systematisch Imkerhonige abgewertet werden, die Discounterhonige jedoch nicht, wirft Fragen auf. Auch das Weglassen hochmoderner und für die Aufdeckung raffinierter Fälschungen elementarer Methoden, wie die von der EU-Kommission vor Jahren eingeführte HPAEC-PAD, muss man als bewusste Manipulation werten. Das Testergebnis wäre ein ganz anderes gewesen!
Guter Ruf ausgenutzt
Der immer noch gute Ruf der Stiftung Warentest wurde hier offenbar gezielt genutzt, um Medien und Kunden zu täuschen. Kaum jemand hinterfragt diese Institution. Keine Redaktion fragt sich, ob nach dem Honigskandal der letzten Monate dieses konträre Ergebnis wirklich echt sein kann. Die Stiftung Warentest genießt Vertrauen und gilt als unabhängig. Doch Verwaltungsrat und Kuratorium sind von Wirtschaftslobbyisten besetzt, Vertreter der Industrie vom BDI über den Markenverband bis zum Handelsverband Deutschland.
Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund hat zusammen mit dem Imkerverband Rheinland-Pfalz eine ausführliche Stellungnahme zu dem Test verfasst, in der die gravierendsten Fehler und systematischen Manipulationen ausführlich beschrieben sind.
Link zur gemeinsamen Stellungnahme des DBIB und LV RLP
Stellungnahme als pdf zum Download und Weitergabe
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03.04.2025 /3.000 Zeichen
Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund e. V./ Janine Fritsch
Disclaimer: Der Artikel und seine Inhalte dürfen kostenfrei bei Nennung der Quelle verwendet werden. Text und Bilder unterliegen dem Urheberschutz. Quelle: Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund
„Honig – Preiswerte überraschen“
Stiftung Warentest, Ausgabe 04/2025

Gemeinsame Stellungnahme des Deutschen Erwerbs- und Berufsimkerbund e.V. und Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
Mit Erstaunen haben wir den Honig-Test der Stiftung Warentest (April 2025) gelesen. Weder wissenschaftliche Standards noch journalistische Sorgfalt werden hier eingehalten – ein Test, der seinen Namen nicht verdient.
Die Bewertung der Analysen wird an vielen Stellen auf den Kopf gestellt und das Ergebnis ins Gegenteil verkehrt. Während z. B. in der Honigsensorik bei Discounterhonigen klare Fehlarmomen nicht bewertet wurden, führten honigtypische und authentische Eigenschaften bei einem deutschen Imkerhonig zur Abwertung.
Insgesamt wirkt dieser Test, insbesondere vor dem Hintergrund der bisherigen EU-weiten Aufdeckungen von Honigverfälschungen, wie bestellt – ein Gefälligkeitsurteil. Stiftung Warentest ist längst kein unabhängiger Akteur mehr: Wirtschaft und Politik geben den Ton an. Seriös getestet wurde hier nicht – mindestens 10 von 24 Honigen, darunter Lidl (Platz 3) und Aldi Nord (Platz 5), hätten beim Sensoriktest ausgeschlossen oder zumindest mit mangelhaft bewertet werden müssen. Von den unzähligen handwerklichen Fehlern und wissenschaftlich ungenügenden Vorgehensweisen greifen wir im Folgenden nur zwei der gravierendsten heraus, um die Tragweite der Manipulation deutlich zu machen.
Stiftung Warentest blamiert sich bei sensorischer Beurteilung
Vergleich von „Äpfel mit Birnen“
Im Test wurden deutsche Blütenhonige zusammen mit Mischhonigen aus verschiedenen Ländern und Kontinenten verglichen, ohne Kenntnis der genauen geografischen oder botanischen Herkunft. Aus einer solchen, nahezu unbegrenzten Vielfalt sensorischer Merkmale kann jedoch nichts korrekt abgeleitet werden. Man braucht immer einen Vergleichsstandard, um zu beurteilen, ob diese Blütenhonig-Mischungen typisch schmecken oder sensorische Fehler aufweisen. Mit anderen Worten: Man kann keinen deutschen Blütenhonig mit einem Mischhonig aus dem Ausland ohne Referenz sensorisch vergleichen.
Es stellt sich die Frage, welche Referenzproben bei dieser Bewertung verwendet wurden, um Abweichungen überhaupt bewerten zu können?
Fachbegriffe in negativem Kontext
Eine sensorische Analyse ist zunächst wertneutral. Es wird beschrieben, was wahrgenommen wird. Im Test wurden „animalische“ und „stallige“ Aromen pauschal als Fehler eingestuft und durchgängig in einen negativen Rahmen gesetzt. Diese Beschreibungen sind jedoch zentrale Fachbegriffe aus der internationalen sensorischen Analyse und die Aromen wichtige Kennzeichen der Authentizität bestimmter Blütenhonige. So zeigt der immer beliebtere Buchweizenhonig, als typisches Kennzeichen für einen authentischen Sortenhonig, eine animalische, an Pferdestall erinnernde Geruchskomponente, unabhängig vom sensorischen und geschmacklichen Gesamteindruck.
Es stellt sich die Frage, warum gerade diese von ungewohnten und im Allgemeinen eher als negativ empfundenen Begriffe hier direkt mit einem Fehler verknüpft werden? Viele positiv klingende Begriffe aus der Sensorik wie fruchtig, zitrusartig, blumig und warm kommen dagegen gar nicht vor. Gerade bei den getesteten deutschen Imkerhonigen müssten diese Aromen aufgrund ihrer Herkunft beschrieben sein. Selbst beim Testsieger würden wir zumindest blumige Geschmackskomponenten erwarten.
Rauch bei Discounterhonig nicht abgewertet
Bei 10 von 24 Honigen wurden Rauchnoten festgestellt. Obwohl nach internationalen Standards rauchige Aromen in Blütenhonigen in der Regel als „Off-Flavours“, d.h. Fehlaromen, und damit als Ausschlusskriterium zu bewerten sind, haben die Prüfer keine Abwertung vorgenommen. Rauch ist Zeichen einer fehlerhaften Verarbeitung, nicht natürlich und daher als erheblicher Mangel zu bewerten. Stiftung Warentest akzeptiert diese Fehlaromen interessanterweise z.B. bei den gut platzierten Honigen von Lidl, Aldi, Edeka und Langnese. Nach internationalen Standards wären diese 10 Honige bereits jetzt durchgefallen und mit ungenügend zu bewerten.
Es stellt sich die Frage, warum dieses klare Ausschlusskriterium nicht angewendet wird?
Kohl-Aroma bei deutschem Imkerhonig abgewertet, beim Testsieger nicht
Sortentypisch sind auch pflanzliche und kohlartige Aromen bei bestimmten Blütenhonigen wie Raps. Ein deutscher Blütenhonig vom Imker im DIB-Glas wurde mit diesem Aroma jedoch als untypisch und fehlerhaft abgewertet. Beim Testsieger hingegen fand diese Abwertung nicht statt. Auch dieser Honig ist ein Blütenhonig und hätte somit ebenfalls abgewertet werden müssen.
Es stellt sich die Frage, warum die Prüfer gleiche Aromen bei vergleichbaren Honigen unterschiedlich bewerten?
Stiftung Warentest verwendet veraltete Methodenauswahl
Der im Artikel zitierte Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund hat die DNA-Analyse im Oktober 2024 öffentlich in die Diskussion gebracht, um den immer raffinierteren Fälschungen besser auf die Spur zu kommen. Denn mittlerweile sind die in diesem Test angewendeten, „anerkannten“ Methoden eben nicht mehr fälschungssicher. Genau das hat auch das JRC (Joint Research Center) der EU-Kommission erkannt. Bei der im Test-Artikel ebenfalls referenzierten EU-Kontroll-Aktion „From the Hives“ wurden deshalb nicht nur erstmals mehrere Verfahren kombiniert, sondern auch aktuelle, dem wissenschaftlichen Stand der Technik entsprechende und auch neue Methoden angewandt:
- 1H-NMR (Nuclear Magnetic Resonance Profiling) (Honey-ProfilingTM nach Bruker)
- LC-HRMS (Liquid Chromatography-High Resolution Mass Spectrometry)
- EA/LC-IRMS (Elemental Analyzer/Liquid Chromatography-Isotope Ratio Mass Spectrometry)
- HPAEC-PAD (High-Performance Anion-Exchange Chromatography with Pulsed Amperometric Detection)
Keine HPAEC-PAD
Warum gerade die zentrale Nachweismethode der EU-Kommission (HPAEC-PAD, High-Performance Anion-Exchange Chromatography mit Pulsed Amperometric Detection) von Stiftung Warentest vollständig außer Acht gelassen wird, wirft erhebliche Fragen auf. Denn genau diese Methode trug maßgeblich zur Aufdeckung der damals schon unglaublich hohen Rate von 46% auffälliger Honigproben bei. Das bewusste Auslassen einer so wesentlichen Technologie erscheint aus wissenschaftlicher Perspektive nicht nachvollziehbar und beeinträchtigt die Aussagekraft der Resultate erheblich.
Verzicht auf 1H-NMR-Spektroskopie nach Bruker
Warum verwendet die Stiftung Warentest eine offenbar veraltete NMR-Methode, die erst bei 15% Verfälschungsgrad anschlägt, wenn es doch bereits seit Jahren eine validierte und weltweit etablierte, hochauflösende NMR-Methode gibt (¹H-NMR-Spektroskopie von Bruker)? Die Bruker Honey-Profiling-MethodeTM erkennt zuverlässig Abweichungen vom Reinheitsgrad sowie falsche Herkunfts- und Sortenangaben mithilfe einer globalen Datenbank von rund 28.500 Referenzproben aus über 50 Ländern.
Es stellt sich die Frage, warum diese beiden modernen und gerade für die Fälschungsaufdeckung besonders wichtigen Analysemethode nicht angewendet wurden?
Auf diese Weise werden die Testergebnisse systematisch und erheblich verzerrt, was den Schluss nahelegt, dass Stiftung Warentest gar keine Verfälschungen finden wollte.
Verzicht auf die DNA-Methode
Darüber hinaus verzichtet die Stiftung Warentest auf eine weitere bewährte und offiziell anerkannte Methode. Die DNA-Analyse ist im BVL-Handbuch der amtlichen Untersuchungsmethoden (L 40.00-14 / 2012-07 zur Präparation von DNA aus Honig) gelistet und validiert. Sie entspricht dem aktuellen wissenschaftlichen Stand der Technik und es kann und darf unter objektiven Gesichtspunkten keine Ablehnung der Methode geben. Das Ignorieren wissenschaftlich etablierter Methoden lässt Voreingenommenheit vermuten und untergräbt die Glaubwürdigkeit des gesamten Tests.
Stiftung Warentest: alles andere als neutral
Die Stiftung Warentest gibt sich als neutrale Instanz. Sie wurde etabliert als Verbraucherschutzinstitution und hat sich einen guten Ruf erarbeitet. Sie genießt Vertrauen und gilt als unabhängig. Doch Verwaltungsrat und Kuratorium sind von Staatsbediensteten und Wirtschaftslobbyisten besetzt, Vertreter der Industrie vom BDI über den Markenverband bis zum Handelsverband Deutschland. Diese Strukturen lassen tief blicken, denn das Kuratorium kann bestimmen, was getestet wird und was nicht!
Der einstmals gute Ruf der Testredaktion wird nun offenbar gezielt benutzt und missbraucht. Testablauf und Testergebnis genügen keinesfalls der wissenschaftlichen Sorgfalt. Wir sehen den Test als einen politisch motivierten Gefallen, der die Glaubwürdigkeit neuer Testverfahren diskreditiert und Honigverfälschungen legitimieren soll.
DBIB und LVRPF, 02.04.2025
Auf dem Gaspedal in der Landnutzung
Alarmierende Ergebnisse für Insekten zeigen aktuell zwei Studien: An der Universität Hohenheim wurde die Wirkung des einzigen in der EU im Freiland noch eingesetzten Neonicotinoids auf besonders empfindliche Weichwanzen untersucht. Und: Die Experten um die berühmte Krefelder Insektenstudie bestätigen auch 8 Jahre nach ihrer ersten Untersuchung den weiter rückläufigen Trend. Doch Maßnahmen zur Pestizidreduktion werden immer wieder aufgeschoben oder einkassiert

Die Ergebnisse sind deutlich: „Das Insektizid Acetamiprid ist für bestimmte Insekten über 11.000-mal giftiger, als die vorgeschriebenen Empfindlichkeitstests, zum Beispiel an Honigbienen, vermuten lassen“ schreibt die Uni Hohenheim in ihrer Pressemeldung. Als Nicht-Zielinsekten reagierten alle untersuchten Weichwanzenarten extrem empfindlich auf das immer noch genutzte Neonikotinoid. Nach nur zwei Tagen in Flächen, die Feldränder simulieren, sank ihr Vorkommen um bis zu 92 Prozent. Und das obwohl die Pestizidkonzentrationen an Feldrändern im Vergleich zur Ausbringungsfläche bereits auf 30 bis 58 Prozent deutlich absinkt. Und dennoch starben fast alle Wanzen. Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund fordert, endlich die Bremse beim Pestizideinsatz einzulegen. „Es liegen genügend Zahlen vor. Und dennoch werden die versprochenen Schutzmaßnahmen nicht umgesetzt oder kassiert“, so die Verbandspräsidentin Annette Seehaus-Arnold.
Gefahr für Lebensräume und das biologische Gleichgewicht
„Insektizide sollen Nützlinge möglichst schonen, deshalb wurden Neonikotinoide zum Beispiel auch an Honigbienen getestet“, erläutert Doktorand Jan Erik Sedlmeier. Die jetzigen Versuche zeigen nicht nur, dass das Acetamiprid für manche Weichwanzen über 11.000-mal toxischer ist als für Honigbienen, sondern auch, wie extrem unterschiedlich empfindlich verschiedene Arten und verschiedene Individuen, z.B. Männchen und Weibchen, auf das Gift reagieren. Selbst ohne direkten Kontakt mit dem Insektizid starben viele Tiere, wenn die Pflanzen zwei Tage zuvor behandelt wurden. Rückstände konnten bis zu 30 Tage nach Anwendung im Pflanzengewebe nachgewiesen werden. Wenn Nützlinge und Nicht-Zielinsekten in großen Mengen durch Pflanzenschutzmittel verschwinden, hat das viele Folgen: Die Insektenmasse insgesamt sinkt und damit das Nahrungsangebot für viele andere Tiere wie Vögel. Die Bestäubung vieler Wild- und Nutzpflanzen durch diese Insekten fällt weg. Denn, an was viele nicht denken: Auch Wanzen, genau wie Schmetterlinge, Schwebfliegen und Käfer, tragen zur Bestäubung bei. Auch verändert sich die Zusammensetzung der Insektengemeinschaften, wenn insektizidtolerantere Arten mit der Zeit dominieren und das biologische Gleichgewicht zwischen Räubern und Schädlingen sich verändert. Einige Weichwanzen sind ausgesprochene Nützlinge, die kleinere Schädlinge wie Blattläuse und Raupen fressen.

Nicht ablenken von den Pestiziden
Zum Ergebnis aus Hohenheim passt auch die derzeit laufende Weiterführung der Krefelder Studie aus dem Jahr 2017. Die Forscher des Krefelder Entomologischen Vereins sehen auch mit ihren aktuellen Daten, in die sie über 600 neue Untersuchungsstandorte einbezogen haben, keine Hinweise auf eine Erholung in den letzten Jahren. Im Gegenteil: der Einbruch vieler Insektenpopulationen setzt sich fort. Auch sei daran nicht das Wetter schuld, wie manche Forscher in letzter Zeit behauptet hatten. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 11. März 2025 erklärt Thomas Hörren, Vorsitzender des Entomologischen Vereins: „1990 lagen wir noch bei etwa zehn Gramm Insekten pro Tag und pro Falle. Heute sind es im Mittel gerade noch 1,3 Gramm. Der Trend scheint auch nicht nur regional begrenzt zu sein“, denn in der neuen Untersuchung wurde die Region von zwei auf elf Bundesländer ausgeweitet.
Auf dem Gaspedal in der Landnutzung mit Abdrift in Naturschutzgebiete
„Wir stehen nach wie vor auf dem Gaspedal in der Landnutzung“, sagt auch Biologe Prof. Christoph Scherber, in einem aktuellen Artikel im Magazin Spektrum vom 19.3.25. Er leitet das „Zentrum für Biodiversitätsmonitoring“ am Leibniz-Institut, das infolge der Krefeld-1 Studie gegründet wurde. Professor Scherber nennt auch die hinreichend bekannten Treiber des Insektensterbens: „die Folgen der Flurbereinigungen, der Verlust von Feldrändern und Brachflächen sowie Kunstdünger und Gifte gegen Insekten, unerwünschte Kräuter und Pilze“. Massiv ist auch die Abdrift von Pestiziden aus Landwirtschaftsflächen bis in die Kernzonen von Naturschutzgebieten. Darauf machte bereits letztes Jahr der Imkerverband Rheinland-Pfalz immer wieder aufmerksam.
Politik kassiert eigene Versprechen und Ziele
Die Politik reagierte bisher nicht. Auch das ursprüngliche ehrgeizige Ziel aus dem Jahr 2022, den Einsatz von Pestiziden in der EU bis 2030 zu halbieren, wurde unter dem Druck von Bauernprotesten 2024 von Ursula von der Leyen kassiert und verschoben. Mittlerweile ist der Vorschlag endgültig vom Tisch, nach Mitteilung von EU-Agrarkommissar Christophe Hansen im Februar.
Maßnahmen und Vorschläge liegen vor
Maßnahmen, die von den Forschern vorgeschlagen werden, und die jederzeit umsetzbar wären:
- Reform der aktuelle Risikobewertung von Pestiziden in Europa
- Anhebung des bisherigen Unsicherheitsfaktors in Tests von 10 auf mindestens 1.000
- Verstärkter Schutz von Feldrändern, um das ökologische Gleichgewicht und Biodiversität langfristig zu sichern
- Pufferzonen, in denen nicht gespritzt wird
- Strategien und Auflagen, wie in der Nähe und innerhalb von Naturschutzgebieten Landwirtschaft betrieben wird
Anmerkung:
Das Neonocotinoid Acetamiprid wird in Feldkulturen wie Raps und Kartoffeln, in Obstgärten, im Weinbau und in der Blumenzucht insbesondere gegen beißend-saugende Schädlinge gesprüht. Als Nervengift wirkt es als Kontakt- und systemisches Insektizid. Es wird von Pflanzen aufgenommen und im Gewebe verteilt. Pflanzenfressende Insekten nehmen das Gift mit der Nahrung auf.
Quellen und weiterführende Links:
- Universität Hohenheim, Pressemeldung, : https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=65287&cHash=7b13424703a39312465272f0bdde1ce6
- Originalstudie: Sedlmeier J.E., Grass I., Bendalam P., et al.: Neonicotinoid insecticides can pose a severe threat to grassland plant bug communities. Communications Earth & Environment org/10.1038/s43247-025-02065-y
- Streit um die Krefelder Studie, Spektrum.de: https://www.spektrum.de/news/insektensterben-wir-sind-immer-noch-bei-stufe-null/2257721
- SZ-Interview zur Krefelder Studie: https://www.sueddeutsche.de/wissen/insektensterben-krefeld-forscher-trendwende-li.3215082
- Zentrum für Biodiversitätsmonitoring: https://leibniz-lib.de/de/forschung/forschungszentren/zentrum-fuer-biodiversitaetsmonitoring-und-naturschutzforschung-zbm.html
- Pestizide in Naturschutzgebieten, Pressemeldung Imkerverband RLP: https://www.imkerverband-rlp.de/umweltschutz-ade-ministerium-missachtet-europarecht-gefahr-fuer-unsere-naturschutzgebiete/
- Reduktion von Pestiziden ist vom Tisch, EU-Landwirtschaftskommissar, 20.2.2025: https://de.euronews.com/my-europe/2025/02/20/eu-landwirtschaftskommissar-reduktion-von-pestiziden-ist-vom-tisch
Mehr Infos: berufsimker.de
31.03.2025 /5500 Zeichen
Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund e. V./ Janine Fritsch
Disclaimer: Der Artikel und seine Inhalte dürfen kostenfrei bei Nennung der Quelle verwendet werden. Text und Bilder unterliegen dem Urheberschutz. Quelle: Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund
3750 Probengläser, 70 Übungen und 20 Kilo Honig: Die erste Gruppe angehender Honig-Juroren hat ihre Ausbildung gestartet, um sich beim neuen eurobee Honey Award 2025 für das Jury-Panel zu qualifizieren. Ein Fernsehteam hat sie einen Tag lang begleitet und wollte wissen, warum es so wichtig ist, dass deutsche Honige mit einem neuen Preis ausgezeichnet werden.

Nach wochenlangen Vorbereitungen war es Anfang März endlich soweit: 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der deutschlandweit ersten Honig-Juroren-Ausbildung haben mit einer Präsenzkurswoche im März ihre Ausbildung gestartet. Sie alle haben das Ziel, in die Honig-Jury berufen zu werden für einen ganz neuen Honigwettbewerb – den „eurobee Honey Award“. Er wird zum ersten Mal im November 2025 auf der diesjährigen Imkermesse eurobee vergeben.
3750 Probengläser, 70 Übungen und 20 Kilo Honig
In der stilvollen Umgebung auf Schloss Schwanberg bei Würzburg wurde in der Faschingswoche Anfang März fünf Tage lang gemeinsam von früh morgens bis zum späten Nachmittag intensiv geschmeckt, gerochen, gerührt – und Vokabeln gelernt. Die sensorische Analyse von Sortenhonigen sowie die Durchführung von sensorischen Prüfungen in Theorie und Praxis intensiv zu trainieren, war für einige etwas ganz Neues. Insgesamt haben sich die angehenden Juroren durch 70 verschiedene praktische Übungen und Test durchgearbeitet und dabei über 20 Kilogramm Honig verkostet. Mit einem Kilo Honig pro Person ist das mehr als der durchschnittliche Deutsche im Jahr verzehrt. Mehr als 3.750 Probengläser wurden befüllt, nummeriert, verteilt, wieder eingesammelt und gereinigt.

„Das war auch für uns eine logistische Herausforderung“, sagt Kursleiter Dr. Steffen Watzke. „Hier darf nichts schiefgehen. Jede Probe muss korrekt gekennzeichnet sein und zum richtigen Zeitpunkt ausgegeben werden. Oft haben wir bis Mitternacht noch die Proben für den nächsten Tag vorbereitet. Aber uns hat das alles sehr viel Spaß gemacht. Vor allem waren die Teilnehmer so motiviert von ihren Fortschritten, dass sie selbst oft noch bis in die Nacht weiterdiskutiert und gegenseitig ihre eigenen mitgebrachten Honige verkostet haben. Diese Begeisterung hat auch uns angespornt.“ Der Kurs läuft noch bis Ende September mit regelmäßigen Online-Trainingsterminen.
Die hohe Qualität der Inhalte und die professionelle Durchführung sind von allen Teilnehmern gelobt worden. „Und wir Ausbilder waren begeistert von dem großen Engagement und der guten Stimmung vor Ort!“ sagt auch Kursleiterin Ursula Lensing. „Das ist die beste Voraussetzung, dass uns gut ausgebildete, hochmotivierte und qualifizierte Jurorinnen und Juroren für den ersten eurobee Honey Award dieses Jahr zur Verfügung stehen werden!“
„Dann hast Du deinen Honig noch nicht gefunden“
Für Victor Hernández, Stadtimker aus Kassel, hat die Ausbildung aber noch mehr Perspektiven als vielleicht Richter in einer Jury zu werden. Er wirbt für seinen Kasseler Stadthonig, dass er von ungespritzten Flächen in Gärten und Parkanlagen kommt. Jetzt möchte er auch seine neuen Sensorik-Kenntnisse für das Marketing nutzen: „Wenn jemand zu mir sagt, ´Ich mag gar keinen Honig´, dann antworte ich: ´Du hast Deinen Honig vielleicht noch nicht gefunden´.“ Denn die feinen Nuancen im Aroma, die Textur auf der Zunge, die säuerlichen oder ätherischen Noten erlebt man erst bewusst, wenn man sie erkennen und benennen kann. „Jetzt kann ich beschreiben, dass mein Honig nach „fermentierten Früchten“ schmeckt oder eine „harzig-balsamige“ Note hat, und damit viel besser zeigen, wie facettenreich und unterschiedlich unsere deutschen Honige sind. Genau das will ich im Kundengespräch einsetzen. Denn jedes Gespräch verändert etwas. Auch wenn ein Kunde nicht gleich kauft, soll er doch ein positives Erlebnis haben. Wir Imker müssen marketingorientierter werden.“
Eurobee Honey Award: Siegel für beste Honigqualität
Und beim Honigmarketing setzt auch der neue Wettbewerb für herausragende Honigqualität an. Der eurobee Honey Award wird 2025 zum ersten Mal vom Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund verliehen. Auch vor dem Hintergrund der vielen Honigverfälschungen, die seit einigen Monaten in ganz Europa aufgedeckt werden, will der Berufsimkerverband die hohe Qualität, Reinheit und den gesundheitlichen Wert von authentischem, heimischem Honig wieder ins Bewusstsein rücken. Das war auch der Grund für den Besuch vom Fernsehen. Das Team arbeitet an einer Reportage über Honigverfälschung und wollte genauer wissen, worauf es bei einem hochwertigen Honig ankommt.
Der eurobee Honey Award stellt die Reinheit und Qualität von Honig deutscher Imkerinnen und Imker in den Mittelpunkt. Die jeweils besten der eingereichten Honige je Kategorie können im Herbst 2025 Preise in Gold, Silber und Bronze gewinnen. Die Sieger werden auf der nächsten Imkermesse eurobee in Friedrichshafen in einem offiziellen Festakt geehrt. Für Imker ist die Auszeichnung ein wertvolles Instrument ihr Produkt noch besser zu bewerben. Und für Kunden ist das Preissiegel eine Orientierung, wenn sie beste und regionale Qualität suchen.
Die Ausbilder
Die international ausgebildeten Honigsensoriker Dr. Steffen Watzke und Ursula Lensing führen die Imkerei Honiglandschaften bei Augsburg und sie haben die „Honig-Akademie“ gegründet. Dort entwickeln sie Lehrgänge für die Ausbildung von Honigsensorikern, erstellen individuelle Geschmacksbeschreibungen für Honige und veranstalten Tastings und Verkostungen. Für den Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund leiten sie den Ausbildungskurs für Honigjuroren.
Mehr Infos: berufsimker.de und honigakademie.de
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19.03.2025 /6.000 Zeichen
Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund e. V./ Janine Fritsch
Disclaimer: Der Artikel und seine Inhalte dürfen kostenfrei bei Nennung der Quelle verwendet werden. Text und Bilder unterliegen dem Urheberschutz. Quelle: Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund
Verkauf von Bienenvölkern

auf Dadant/Zander/DN
alle auf frischen Wabenwerk,
Königin 2024, Gesundheitszeugnis 2025, alle sehr stark
Nur an Selbstabholer
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Kontakt
S. Pfaffenrot
Berger 22
59394 Nordkirchen
Mobil 0170 6656675
honig-pfaffenrot(at)web.de
Telefonischer Rückruf bitte zwischen 18.00 Uhr und 21.00 Uhr.
Jetzt auch in der Schweiz: 17 von 20 Honigen nicht authentisch

Eine DNA-Analyse im Auftrag der Redaktion «Kassensturz» des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) zeigt: 17 der 20 getesteten Honige bewertet das Labor als «nicht authentisch». Es sind vor allem kostengünstige Importhonige. Die Redaktion veröffentlicht am 11. Februar hier auch eine Liste der getesteten Honigmarken: Neue DNA-Analyse: Viele Import-Honige sollen gepanscht sein
Solitärbienentag Celler-Imkermesse
Ein Highlight der diesjährigen Celler Imkertage am letzten Januarwochenende war der Solitärbienentag mit Expertenvorträgen und Diskussion. Nach dem Symposium war klar, Honigbienen und Wildbienen gehören untrennbar zusammen. Imker und ihre Bienenstöcke aus Heideflächen und Naturschutzgebieten zu verbannen, geht am Problem vorbei.

Hintergrund der immer wieder aufkochenden Diskussion ist die Annahme, Honigbienen würden Wildbienen bedrohen oder verdrängen. Deshalb hat der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund neben namhaften Fachexperten, auch Vertreter von Presse und Behörden eingeladen, sich zu informieren und Fehlinformationen auszuräumen. Die Behauptung einer solchen Konkurrenz ist nicht neu. Schon seit den 1980er Jahren gibt es immer wieder Forderungen, Imkern das Aufstellen von Bienenvölkern in Naturschutzgebieten zu verbieten. Aktuell ist es z.B. die Wanderimkerei in der Fischbeker Heide südlich von Hamburg und in Süddeutschland sorgte ein Erlass für die Saalbachwiesen erst Anfang Januar für Aufruhr. Dort untersagte das Regierungspräsidium Karlsruhe, die Imkerei in dem Naturschutzgebiet weiter auszudehnen.

Nahrungsraum aufgeteilt:
Bienen haben Vorlieben
Dr. Otto Boecking vom Celler Bieneninstitut sieht – entgegen solcher behördlichen Anordnungen – keine Konkurrenz zwischen den Bienen. Zwar empfiehlt er, dort wo besonders gefährdete Wildbienenarten leben, keine Honigbienenvölker aufzustellen. Klar ist aber: Die Ursache für den Rückgang von Wildbienen liegt nicht an der Honigbiene, sondern am Verlust von Lebensräumen, von Biodiversität und damit von Nahrungs- und Nistplätzen. „In Niedersachsen nehmen Heideflächen immer mehr ab, unter anderem, weil sie von Gräsern überwuchert werden. Das ist zum Nachteil aller Bienen.“ betonte Boecking. Und: Die Diskussion werde seiner Ansicht nach „zu emotional geführt“. Argumente wie Honigbienen lieferten als Nutztiere keine Ökosystemleistung, sei „völlig unwissenschaftlich“. Auch pauschale Aussagen, dass Wildbienen effektiver bestäuben, sind nicht haltbar. Es kommt genau darauf an, welche Pflanze durch welche Biene besucht wird. Denn Bienen und Blüten haben sich miteinander in der Evolution entwickelt und aufeinander abgestimmt. In Massentrachten wie Obstbaumbeständen oder Raps haben Honigbienen die Nase vorn, während Wildbienen oft auf bestimmte Pflanzengattungen spezialisiert sind.
„Wir können froh sein“:
Wild- und Honigbienen ergänzen sich
Auch NABU-Sprecherin Dr. Melanie von Orlow sieht Honigbienen und Wildbienen als untrennbare Gemeinschaft. Sie begann ihren Vortrag mit einem sehr persönlichen Satz: „Diese ganze Diskussion ist für mich sehr schmerzlich, ich wünsche mir, dass beide auf der Blüte Platz finden.“ In ihrem Vortrag zeigte sie anhand von Untersuchungsdaten sehr anschaulich, dass gerade mit der gemeinsamen Bestäubung von Wild- und Honigbienen der Fruchtansatz und der Fruchtertrag – also der Erfolg der Bestäubung – signifikant höher ist als beim Blütenbesuch von wenigen einzelnen Bienenarten. „Wir können froh sein, dass wir Diversität bei Bestäubern haben. Denn diese Vielfalt fördert Bestäubung und Fruchtertrag.“ fasst die Biologin zusammen.
Dass sich Wild- und Honigbienen ergänzen und in Zusammenarbeit eine noch bessere Bestäubung liefern, erläuterte auch Florian Lauer in seinem Vortrag. Er ist WWF-Projektmanager im Insektenschutzprojekt BROMMI. Für ihn war aber noch ein anderer Aspekt wichtig: Was kann jeder selbst in seinem Garten für Wildbienen tun? Denn „dreiviertel aller Wildbienenarten nisten im Boden“ klärte Lauer auf. Nur 20 Prozent nutzen Nisthilfen. Offene, sandige Bodenflächen im Garten vorzuhalten, ist einfach und effektiv. Wer dann noch einheimische Pflanzen wie Natternkopf, Glockenblume oder Flockenblume aussät, tut viel, um Wildbienen das Leben zu erleichtern.
Der Niedersächsische Weg
Der Solitärbienentag stand unter der Schirmherrschaft von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer und war bis auf den letzten Platz besetzt. Umweltstaatssekretärin Anka Dobslaw eröffnete den Tag mit Grußworten und erinnerte daran, dass das Land Niedersachsen nach dem Volksbegehren „Artenvielfalt.Jetzt!“ im November 2020 den „Niedersächsischen Weg“ als „einmalige und erfolgreiche Allianz für Natur-, Arten- und Gewässerschutz“ ins Leben gerufen hat. Zusätzlich bereitgestellte Gelder flossen in Naturschutzmaßnahmen, wie die Anlage von Blühstreifen, Biotopverbunden, der Förderung von Kleinstrukturen und Reduktion von Düngereinsatz in der Landwirtschaft.

(DBIB-Wespenbeauftragter Thomas Beissel, Anka Dobslaw, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, v.l.n.r.). Foto: Janine Fritsch
Konkurrenz macht Früchte
Insgesamt sollten wir mit dem Begriff „Konkurrenz“ im Natur- und Artenschutz also sehr viel vorsichtiger umgehen. Der Solitärbienentag hat gezeigt, dass pauschale Aussagen mehr zur Unklarheit und zur emotionalen Aufheizung beitragen, als zur Aufklärung und kühler, abwägender Diskussion. Wissenschaft ist komplex und Vorgänge in der Natur müssen vielschichtig betrachtet werden. Imkerin und NABU-Mitglied Melanie von Orlow brachte es auf den Punkt: „Konkurrenz ist per se nichts Schlechtes, weil sie Ausweichverhalten und dadurch die Effektivität der Bestäubung sogar fördert.“

Weiterführende Links:
- Badische neueste Nachrichten – Einschränkung der Imkerei in den Saalbachwiesen
- Frankfurter Rundschau – Aus Sorge um das süße Gold
- NABU Niedersachsen – Volksbegehren „Artenvielfalt.Jetzt!
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Dadant-Beuten, Honigzargen, Adams-Fütterer, Ableger- und Schwarmkisten
Stockwaagen, Zweierböcke, Zubehör
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Geräte aus der Kerzenwerkstatt (Tauch- und Schmelzgeräte, Zubehör)
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200l Milchfässer mit Auslass (alles Edelstahl)
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Alles auf Honig
Als großen Erfolg kann der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund in diesem Jahr seine Celler Imkertage in Norddeutschland verbuchen. Der Skandal um die Honigpanscherei ist beim Verbraucher angekommen und die Imkerschaft zeigte große Unterstützung für die Aufklärungsarbeit des DBIB. Ganz neu: Die Stadt Celle engagierte sich für den Berufsimkerbund mit der Organisation der Celler Honigtage parallel zur Messe.

Die Celler Imkertage, die der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) organisiert, sind jedes Jahr am letzten Januarwochenende der Treffpunkt für Imker in Norddeutschland. Celle hat als Honighochburg mit der Heideimkerei eine lange Tradition und schon im Mittelalter war Celle das Zentrum von Honig- und Wachshandel. Und zu einem überregionalen Anlaufpunkt für Honig soll die Stadt auch wieder werden, wenn es nach Stephan Iblher geht.
Celler Honigtage:
Auftakt für ein besseres Honig-Marketing
Der Berufsimker und DBIB-Landesgeschäftsführer in Hamburg will, dass Honig als Nahrungsmittel insgesamt wieder aufgewertet wird. Dafür soll Celle zu einem Honigzentrum werden, das als Stadt für Honig wirbt. „Honig ist zu billig! Und: Honig ist auch unser Kulturgut. Es ist mehr als ein gesundes Lebensmittel.“ sagt Iblher. Er hat mit Überzeugungskraft und sehr guten Argumenten die Stadtverwaltung schnell davon überzeugt, parallel zur Imkermesse die Honigtage mit einem bunten Programm rund um den Honig auszurichten. Es gab einen Honigsalon in der Alten Rathausdiele mit vielfältigen Konzepten zur Verwendung von Honig, eine Honigmassage und Honigsauna im Celler Badeland. Auf der Messe wurde ein Einführungsworkshop zur Honigsensorik angeboten. Denn ähnlich wie es Weinsommeliers machen, kann man lernen, die Honigqualität über alle Sinne zu schmecken, zu riechen und zu fühlen. Am Samstag hielt Stephan Iblher eine feurige Motivationsrede, die alle anwesenden Imker begeisterte und Ansporn war, sich persönlich noch mehr gegen die Schwemme von ausländischen Billighonigen fraglicher Qualität zu wehren.

Honigfälschungen: Spenden für mehr Aufklärung
Mehr als in den Jahren zuvor hat die Presse diesmal über die Imkertage berichtet. Anlass war vor allem das Thema Honigverfälschung. Bernhard Heuvel, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbands, stellte in Celle die Aufdeckungsarbeit der Berufsimker und die Stärke der modernen DNA-Analyse vor. Denn die anerkannten Methoden kommen den immer raffinierten Fälschungen allzuoft nicht nach. Zusammen mit den europäischen Berufsimkern hat er bereits vor vier Jahren die „Task Force Honey“ im Europäischen Berufsimkerbund gegründet und im Hintergrund an der Aufdeckung gearbeitet. In Celle rief Heuvel die Lebensmittelketten erneut dazu auf, zu kooperieren und auf die Ergebnisse der DNA-Analysen zu reagieren. Denn die meisten Konzerne bieten nach wie vor billige Importhonige in ihren Regalen an. Dem Aufruf für die weitere Aufdeckung von Panschereien zu spenden, folgten die anwesenden Imker und Zuhörer spontan. Es kamen in kürzester Zeit 1700 Euro an Spenden noch während des Vortrags zusammen.

Moderne Testmethoden: „DNA-lügt nicht“
Kritik, an der DNA-Analyse und an dem Labor in Estland, das maßgeblich an der ganzen Vorarbeit mitgearbeitet hat, kommt u. a. vom Honigverband. Dies weist Bernhard Heuvel entschieden zurück: „Der Vorwurf, das Labor sei nicht akkreditiert und die Methode nicht standardisiert, ist dummes Zeug.“ Der DBIB-Vizepräsident wird hier sehr deutlich: „DNA lügt nicht. Diese Methode ist schon lange Stand der Technik und nicht neu.“ Sie wird in der Medizin, wie bei COVID-19, seit fast 20 Jahren in der kriminalistischen Forensik und auch in anderen Bereich der Lebensmittelüberwachung, z.B. bei Fisch, angewendet.
Wild- und Honigbienen: Aufklärung mit Experten
Neben dem Thema Honig gab es einen zusätzlichen Tag vor der Messe, der ganz der Wildbiene gewidmet war. Der Solitärbienentag unter der Schirmherrschaft von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Denn auch die Behauptung vieler Umweltverbände und auch Naturschutzbehörden, Honigbienen bedrohten die Existenz von Wildbienen, hat massive wirtschaftliche Konsequenzen für Imker. Gerade in Heideflächen wird es Wanderimkern oft verboten, ihre Bienenstöcke zeitweise aufzustellen. Doch weder Otto Boecking vom Celler Bieneninstitut, noch Imkerin und NABU-Sprecherin Dr. Melanie von Orlow sehen Honigbienen als besondere Gefahr. Viel wichtiger sei es, die Heide besser zu pflegen und ihren weiteren Rückgang zu verhindern. In Niedersachsen nehmen die Heideflächen immer mehr ab, u.a. weil sie von Gräsern überwuchert wird. Das nimmt das Nahrungsangebot und die -vielfalt, die Wildbienen so dringend brauchen.

Die Verkaufsmesse für Imkereizubehör und Bienenprodukte zog mit rund 60 internationalen Ausstellern wieder viele hundert Besucher an. Am Samstag waren es bereits 900 und mit rund 1500 Besuchern an beiden Messetagen ist der DBIB sehr zufrieden über das große Interesse an Vortragsthemen und Produkten.
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