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Berufsausbildung Tierwirt, Fachrichtung Imkerei

Obwohl die meisten Imker in Deutschland die Bienenhaltung als Freizeitbeschäftigung ausüben, gibt es auch Berufs- und Erwerbsimker, die haupt- oder nebenberuflich davon leben. Die Imkerei ist ein abwechslungsreicher Beruf, der hohe Einsatzbereitschaft und selbstständiges Arbeiten verlangt. Man arbeitet in und mit der Natur, mit den Bienen und auch mit Menschen. Zur Tätigkeit gehören unter anderem Betreuung der Bienenvölker, Königinnenaufzucht, Honigernte, Holzarbeiten, z. B. Beutenbau und -reparatur, Wachsgewinnung, evtl. die Veredelung von Bienenprodukten wie Honig und Wachs. Auch kaufmännische und betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse und Marketing müssen beherrscht werden. 

Die Qualifikation „Tierwirt, Fachrichtung Imkerei“ kann auf zwei Wegen erreicht werden: über die klassische duale Berufsausbildung oder im Rahmen eines Quereinstiegs mit nachgewiesener Praxiserfahrung. Beide Wege führen zum anerkannten Abschluss als Tierwirt (Gesellenbrief).

Klassische duale Berufsausbildung

Die reguläre Ausbildung erfolgt im dualen System mit einer Kombination aus theoretischem Unterricht an der Berufsschule und praktischer Ausbildung in einem anerkannten Imkereibetrieb. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre und gliedert sich wie folgt:

  1. Ausbildungsjahr: Besuch der örtlichen Landwirtschaftsschule gemeinsam mit Auszubildenden anderer Fachrichtungen des Tierwirts. In einigen Bundesländern erfolgt die Ausbildung bereits anteilig im Betrieb.
  2. Ausbildungsjahr: Praxisausbildung im Betrieb, ergänzt durch einen etwa 10-wöchigen Blockunterricht am LAVES-Institut für Bienenkunde in Celle.
  3. Ausbildungsjahr: Weitere betriebliche Ausbildung mit erneutem 10-wöchigen Berufsschulblock in Celle.

Bei entsprechender Voraussetzung – etwa (Fach-)Abitur oder abgeschlossene Berufsausbildung – kann das erste Ausbildungsjahr entfallen. In diesem Fall entfällt auch der Besuch der allgemeinen Landwirtschaftsschule, sodass der Fokus unmittelbar auf die Imkerei gelegt wird. Die Zwischenprüfung erfolgt in der Regel im Anschluss an den zweiten Schulblock, die Abschlussprüfung am Ende des dritten Ausbildungsjahres.

Quereinstieg

Neben der klassischen Ausbildung besteht auch die Möglichkeit des Quereinstiegs. In Niedersachsen (LAVES-Institut für Bienenkunde in Celle) sowie in Bayern (LWG Veitshöchheim) können erfahrene Imker zur Abschlussprüfung zugelassen werden, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • In den letzten vier Kalenderjahren wurden mindestens 60 Wirtschaftsvölker gehalten.
  • In den letzten zwei Kalenderjahren vor der Zulassung wurden mindestens 80 Wirtschaftsvölker betreut.

Diese Regelung eröffnet berufserfahrenen Imkerinnen und Imkern den Zugang zur staatlich anerkannten Abschlussprüfung ohne vorherige Teilnahme an der regulären Ausbildung.

Meisterprüfung

Zur Meisterprüfung kann sich anmelden, wer einige Jahre berufliche Erfahrung in der Bewirtschaftung von mindestens 100 Völker nachweisen kann, wobei es keine Rolle spielt, ob die Zeit im eigenen Betrieb oder als Angestellter in einer Imkerei absolviert wurde:

  • Geselle: 2 Jahre
  • Ausbildung in einem „grünen Beruf“: 3 Jahre
  • Quereinsteiger: 5 Jahre

Ausbildung in einem „grünen Beruf“ bedeutet, dass eine landwirtschaftliche Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde. So nehmen immer wieder Landwirte, Gärtner u.a. an der Meisterprüfung teil. Vorbereitungslehrgänge werden angeboten. Die meisten Absolventen bauen später ihren eigenen Imkereibetrieb auf. Vereinzelt werden Festanstellungen angeboten, sowohl an Bieneninstituten und Universitäten, als auch von Imkereibetrieben (s.u.).

Meisterprüfungen werden nicht in jedem Bundesland durchgeführt. Termine gibt es im Wechsel in Veitshöchheim (Bayern) oder Celle (Niedersachsen). Für Abschluss- und Meisterprüfungen gilt gleichermaßen: Die Zulassung erfolgt in dem Bundesland, in dem der Bewerber wohnt. Auskunft erteilen die jeweiligen Landwirtschaftsministerien beziehungsweise Landwirtschaftskammern und die Bieneninstitute.

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