Pressemeldung zum Weltbienentag 2021

Jeder Kreis markiert einen Acker, auf dem das bienengefährliche Neonikotinoid Thiametoxam ausgebracht wurde, und die darum für Bienen riskante Zone von 3km um den Acker herum. Grafik: Walter Haefeker

Rettet die Bienen – Bienen rettet euch!

Heute feiern wir den 3. Weltbienentag. Der Weltbienentag wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als „World bee day“ ins Leben gerufen, um den Rückgang der Bienenpopulation und den dringenden Schutz der Bienen ins Bewusstsein zu rücken.

2019 wurde „Rettet die Bienen“ das erfolgreichste Volksbegehren aller Zeiten in Bayern. Ministerpräsident Markus  Söder versprach: „Wir werden das Volksbegehren 1 zu 1 umsetzen.“ Er wollte es sogar noch toppen. Glauben wir ihm das? Wie sieht die Realität aus?

Trotz des seit 2018 in der gesamten EU geltenden Verbotes der nachweislich bienengefährlichen Insektizide aus der Gruppe der Neonikotionoide, wurde auch in Bayern für über 25.000 Hektar eine sogenannte Notfallzulassung für das bienengefährliche Neonikotiniod Thiamethoxam erteilt, um wissentlich das EU-Verbot zu umgehen. Thiamethoxam baut sich nach 4 Wochen zum noch gefährlicheren Neonikotinoid Clothianidin ab. Neonikotinoide sind die tödlichsten Insektengifte, die es gibt. Bereits ein nicht sichtbares Stäubchen von einem Milliardstel Gramm tötet eine Biene.

Mit seinem Urteil vom 6. Mai 2021 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) gravierende Mängel der Risikoprüfung beim Bienen- und Insektenschutz aufgedeckt.

Annette Seehaus-Arnold, Präsidentin des Deutschen Berufs und Erwerbs Imker Bund fasst die derzeitige Situation in Deutschland und Bayern so zusammen: „Seit Jahre fordert der Deutsche Berufs und Erwerbs Imker Bund einen verlässlich funktionierenden Bienenschutz. Umso unverständlicher ist die sogenannte Notfallzulassung, da bereits ein Verfahren beim EuGH anhängig war. Es werden wieder wirtschaftliche Interessen vor Bienenschutz gestellt. Gerade in Bayern ist das nach dem Volksbegehren überhaupt nicht zu verstehen.“

Vor allem in Unterfranken, einem klassischen Anbaugebiet für Zuckerrüben, ist fast kein Ort mehr zu finden, auf dem die Bienen nicht Gefahr laufen, in Kontakt mit dem Pestizid zu kommen. Wohin sollen wir unsere Bienen retten? Alleine in Unterfranken ist auf ca. 3.600 Äckern mit Thiamethoxam gebeiztes Saatgut ausgebracht worden:


Link zur Karte: https://static.berufsimker.de/fields/

 

Was bedeutet die Notfallzulassung genau? Auf diesen Zuckerrübenfeldern darf in diesem und im nächsten Jahr keine einzige Pflanze blühen. Dadurch werden massiv Flächen für alle Insekten zur Nahrungssuche für zwei Jahre vernichtet!

Was sollen wir von einer Pressemitteilung der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber halten, die zum Weltbienentag verniedlichend verlautbart: „Auch auf dem heimischen Balkon, Terrasse oder Garten können wir Bienen retten.“

Wir brauchen eine Landwirtschaft ohne Einsatz von bienengefährlichen Pestiziden.

Ansprechpartnerin: Annette Seehaus-Arnold, DBIB Präsidentin, Asternweg 11, 97724 Burglauer, T 0175 65654020, annette.seehaus-arnold(at)berufsimker.de

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