Was sind aktuell die wichtigsten Projekte des DBIB?

Wir können in Deutschland und Europa auf unsere bisherige Arbeit aufbauen und haben inzwischen auch ein sehr umfangreiches Netzwerk von anderen Verbänden. Somit kämpfen wir heute nicht mehr allein auf weiter Flur.

So haben wir inzwiwschen sogare die EU-Kommission auf unserer Seite, bei unserer Forderung nach einem vollständigen Verbot der Neonicotinoide. Gleichzeitig arbeiten wir auch mit der EFSA daran, dass neue Wirkstoffe vor der Zulassung besser geprüft werden.

Wir haben es erreicht, dass wir die Genetik der Honigbiene unter eine Open Source Lizenz der Apimondia stellen können und arbeiten daran, dass dies von möglichst vielen Zuchtverbänden auch umgesetzt wird.

In Donaueschingen haben wir auch sehr erfolgreich für Spenden für die Fortsetzung unseres Formschungsprojekts zur Wirkungsweise der Ameisensäure geworben und können nun gemeinsam mit der Freien Universität Berlin und der Firma Bayer durchstarten. Dies ist auch ein Beispiel dafür, dass wir nicht ideologisch unsere Prioritäten setzen, sondern pragmatisch nach Lösungen suchen und dabei auch mit Firmen zusammenarbeiten, mit denen wir vielleicht an anderer Stelle erhebliche Interessenskonflikte haben.

Eine relative neue Initiative, die wir auch auf EU-Ebene voran treiben, ist die Imkerei als steuerfreie Aktivität. Als Ergebnis der Bestäubung generieren wir zehnmal den wirtschaftlichen Nutzen für die Gesellschaft für jeden Euro, den wir an Honigabsatz haben. Wenn wir Apfelblüten-Honig produzieren, haben unsere Bienen der Gesellschaft mit der Bestäubung der Apfelkulturen Dienstleistungen im 10fachen Wert, von dem, was wir für den Honig berechnen, erbracht.

So ist der Beitrag der Imker für die Gesellschaft um eine Größenordnung höher als das, was durch die Besteuerung eingesammelt werden könnte, selbst wenn einen Steuersatz von 100% auf unseren Umsatz erhoben würde. Bevor wir das erste Glas Honig verkaufen, haben wir unsere Steuern bereits in Form von Bestäubung an die Gesellschaft gezahlt.

Daher ist die einfachste und unbürokratischste Art, den Imkereisektor zu unterstützen, ist, ihn steuerfrei zu stellen. In Deutschland ist unser Vorschlag besonders leicht umzusetzen. Es ist möglich, den existierenden §13a für die Imkerei so zu verändern, dass die Pauschale auf Null gesetzt wird und die Deckelung entfällt. Gerade die Imker mit größeren Völkerzahlen sind besonders für die Bestäubung in der Kulturlandschaft wichtig. Der Hobbyimker hat seine 1-3 Bienenvölker daheim im Garten, wo sie dem Landwirt wenig nützen. Daher macht es keinen Sinn, die §13a Regelung zu deckeln.

Eine zusätzliche Förderung der Imkerei ist dringend notwendig, denn die Nachfrage nach Honig aus der Region ist groß und deutscher Honig hat nach wie vor einen zu geringen Marktanteil. Slovenien hat in den letzten Jahren gezeigt, dass sich die heimische Nachfrage bei guter Zusammenarbeit von Verbänden und Politik erheblich steigern lässt.