Wieviele Berufs- und Erwerbsimker gibt es in Deutschland?

Um die Zahl der Berufsimker zu ermitteln, ist zunächst eine Definition notwendig, um die statistische Abgrenzung zum sogenannten „Hobbyimker“ zu ermöglichen.

Unser Verband (DBIB) sieht sich als Vertretung der erwerbsorientierten Imker. Das sind, genau wie in der Landwirtschaft, nicht nur die Vollerwerbsbetriebe. Es gibt viele Imker, die neben Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit noch einen kleinen Familienbetrieb im Nebenerwerb führen, der auch einen Beitrag zum Familieneinkommen leistet.

Bei unseren Veranstaltung Donaueschingen und Celle kann man gut sehen, dass die Zahl der Imker, die sich für Themen der Berufsimkerei interessieren stark gewachsen ist. In den letzten 10 Jahren sind die Besucherzahlen in Donaueschingen von unter 1000 auf über 5000 gestiegen.

Ein weiterer Datenpunkt ist die Zahl der Beitragszahler bei der Berufsgenossenschaft. Ab einer Völkerzahl von 30 ist diese Mitgliedschaft verpflichtend.  In den letzten Jahren ist die Zahl der Imker, die Mitglieder in der Berufsgenossenschaft sind, von etwa 4000 auf 6500 gestiegen.

Da die viele Imker versuchen, die zum Teil sehr hohen Beiträge von bis zu 10 Euro pro Bienenvolk zur Berufsgenossenschaft zu vermeiden, indem die Völker auf Oma, Opa und Onkel verteilt werden, ist die Zahl der Beitragszahler hier als eher als zu niedrig anzusehen. Ab 30 Bienenvölker beginnt also die Verpflichtung zur Mitgliedschaft. Es sind in Deutschland aber auch Vollerwerbsbetriebe mit bis zu 2600 Bienenvölkern dabei. Bei einer durchschnittlichen Völkerzahl der beitragszahlenden Betriebe von 60 Völkern ergibt sich, dass mehr als die Hälfte der Bienenvölker in Deutschland von Imkern im Haupt- oder Nebenerwerb bewirtschaftet werden.

Dies ist insbesondere für die Bestäubung in der Landwirtschaft wichtig, denn der durchschnittliche Hobbyimker hält nur 2 bis 3 Bienenvölker. Diese werden im eigenen Garten oder in der Nähe des Wohnortes aufgestellt. Wer 30 oder mehr Völker hat, braucht Standplätze in der Kulturlandschaft, die häufig von Landwirten zur Verfügung gestellt werden.