Coronahilfe und Neustarthilfe – Stand März 2021

Auch wenn derzeit viel über Öffnungsperspektiven geredet wird, bleibt dennoch die Tatsache bestehen, dass viele Unternehmen in den vergangenen Monaten gravierende Umsatzeinbußen zu verkraften hatten und dass die staatlichen Hilfen in manchen Fällen zögerlich und in anderen Fällen gar nicht angekommen sind.
Mit dem Start der Überbrückungshilfe III und der sogenannten Neustarthilfe soll nun möglichst vielen Unternehmen und Selbständigen geholfen werden.
Noch sind viele Fragen offen. Die Ausgestaltung der beiden Wirtschaftshilfen soll zwar möglichst viele Antragssteller und viele Sachverhalte erfassen, ist dadurch aber komplexer geworden.

Für Antragsteller der Überbrückungshilfe III stellen sich folgende Fragen:

  • Wie kann ich heute meine Umsätze für die Monate März bis Juni prognostizieren, wenn ich noch gar nicht weiß, wie hoch der Umsatz wird?
  • Was versteht man genau unter baulichen Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten?
  • Was fällt alles unter Investition in Digitalisierung?
  • Habe ich in den letzten drei Steuerjahren Zuschüsse nach der De-Minimis-Verordnung bekommen?

Seit dem Start der ersten Soforthilfe im März 2020 gab es – bis jetzt – sechs weitere Formen der Wirtschaftshilfen mit ihren jeweiligen Detailfragen und besonderen Ausgestaltungen. Die einzelnen Richtlinien, Vollzugshinweise und die diversen Versionen der FAQ füllen inzwischen mehrere Ordner. Für detaillierte Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.

Informationen zur Neustarthilfe

Weitergehende Details auf: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

1. Wer beantragt die Neustarthilfe?
Der Antrag kann durch den Mandanten oder prüfenden Dritte gestellt werden.

2. Wer ist antragsberechtigt?
Soloselbständige im Haupterwerb (Anteil SdE mindestens 51%), die

  • weniger als 1 Vollzeitäquivalent an Beschäftigten haben,
  • bei einem deutschen Finanzamt erfasst sind,
  • keinen Antrag auf Überbrückungshilfe III gestellt haben und
  • ihre Selbständigkeit vor dem 01.05.2020 aufgenommen haben.

Aktuell können einen Antrag auf Neustarthilfe stellen:

  • natürliche Personen
  • Kapitalgesellschaften mit einer Gesellschafterin bzw. einem Gesellschafter (Ein-Personen-GmbH, Ein-Personen-UG (haftungsbeschränkt)) bzw. einer Aktionärin oder einem Aktionär (Ein-Personen-AG).

Später soll dies auch möglich sein für:

  • Soloselbständige, die neben ihren freiberuflichen und/oder gewerblichen Umsätzen auch anteilige Umsätze aus Personengesellschaften (PartG, KG, GbR, OHG) erzielen
  • Soloselbständige, die anteilige Umsätze aus Personengesellschaften erzielen und alle ihre selbständigen Umsätze über diese Gesellschaften erzielen.

3. Förderzeitraum und Höhe
Der Förderzeitraum für die Neustarthilfe ist Januar bis Juni 2021 (sechs Monate). Erfüllen Soloselbständige die Antragsvoraussetzungen, wird die Neustarthilfe als Vorschuss ausgezahlt. Sie beträgt einmalig 50 Prozent des sechsmonatigen Referenzumsatzes, maximal aber 7.500 Euro.

Zur Berechnung des sechsmonatigen Referenzumsatzes wird grundsätzlich das Jahr 2019 (1. Januar bis 31. Dezember 2019) zugrunde gelegt. Der durchschnittliche monatliche Umsatz des Jahres 2019 ist der Referenzmonatsumsatz. Der sechsmonatige Referenzumsatz ist das Sechsfache dieses Referenzmonatsumsatzes.

  • Referenzumsatz = (Jahresumsatz 2019 / 12) x 6
  • Neustarthilfe = 0,5 x Referenzumsatz

Antragstellende, die ihre selbständige Tätigkeit zwischen dem 1. Januar 2019 und 30. April 2020 begonnen haben, können als Referenzmonatsumsatz entweder

  • den durchschnittlichen monatlichen Umsatz über alle vollen Monate der Geschäftstätigkeit im Jahr 2019 heranziehen (Vergleichszeitraum: 1. Januar 2019 (oder später) bis 31. Dezember 2019),
  • den durchschnittlichen Monatsumsatz der beiden Vorkrisenmonate Januar und Februar 2020 (Vergleichszeitraum: 1. Januar 2020 bis 29. Februar 2020)
  • oder den durchschnittlichen Monatsumsatz des 3. Quartals 2020 (Vergleichszeitraum: 1. Juli 2020 bis 30. September 2020)

heranziehen.

4. Endabrechnung
Sie müssen unaufgefordert bis zum 31.12.2021 eine Selbstprüfung durchführen. Im Rahmen dieser Selbstprüfung sind Einkünfte aus abhängiger Beschäftigung – sofern vorhanden – zu den Umsätzen aus selbständiger Tätigkeit zu addieren. Bitte bei der Beantragung der Neustarthilfe auch die Problematik des Zuverdienstes bzw. Anrechnung der im ersten Halbjahr 2021 erzielten Einnahmen und Einkünfte beachten.

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