Imkerei beim Internationalen Kongress für die Rechte der Kleinbauern

Imkerei beim Internationalen Kongress für die Rechte der Kleinbauern

Während der Grünen Woche in Berlin führte ich zahlreiche Gespräche über unsere Apimondia Open Source Lizenz zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der genetischen Ressourcen der Honigbiene. (IT-Magazin 4-2016)
Zu den Kontakten gehörte auch Christoph Zimmer, der als Produktionsleiter für Schweine bei der Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall schon erfolgreich gegen ein Patent von Monsanto im Bereich der Schweinezucht vorgegangen war. Aufgrund dieser Erfahrung ist die Erzeugergemeinschaft inzwischen ein wichtiger Teil der Bewegung zur Sicherung der Rechte von Kleinbauern weltweit.
Im Mai wird Mai am Sitz der Vereinten Nationen in Genf eine Sitzung der UN-Kommission „Intergovernmental Working Group upon the Peasants Rights and People living in Rural Areas“ (Zwischenstaatliche Arbeitsgruppe zu Kleinbauernrechten und Menschen, die auf dem Land leben) stattfinden. Dort soll eine neue UN-Deklaration verabschiedet werden, die im Entwurf bereits vorliegt.
In Schwäbisch Hall wurde eine internationale Konferenz mit Teilnehmern aus 100 Ländern durchgeführt, um gemeinsam den Entwurf weiterzuentwickeln und Vorschläge in den UN-Prozess einzubringen. Wegen unserer Initiative bei den Bienen wurde ich noch kurzfristig von den Organisatoren eingeladen und Beiträge zur Imkerei in das Programm aufgenommen.
Im Verlauf der Konferenz konnte ich so unser Thema sehr gut platzieren. Das Dokument, das die Ergebnisse der Konferenz zusammenfasst, wird sicherlich überall dort einen Hinweis auf die Bienenzucht geben, wo auch andere Sektoren wie die Fischerei erwähnt werden.
Hier sind einige der Punkte, für die ich in der Lage war, breiten Konsens der Teilnehmer zu bekommen: Imkerei ist eine Tätigkeit von Familien und Genossenschaften und gehört damit in den Geltungsbereich der UN-Deklaration. Imkerei ist eine Tätigkeit, die kein Land benötigt und kann daher ein wichtiges Standbein für die Zielgruppe der UN-Deklaration sein. Imkerei profitiert von der Biodiversität: gesunde Bienen und gesunde Bienenprodukte. Imkerei trägt zur Biodiversität bei. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Freiheit von der Kontamination auch sehr wichtig ist. Es wird aber sehr schwer gegen starke Interessen aus der Pestizid- und GMO-Lobby durchsetzbar sein.
Ich konnte die Bienenzucht auch als Teil der Frage der tierischen Ressourcen positionieren. Die Zucht von Bienen erfolgt durch freiem Austausch von Königinnen und anderen Zuchtmaterial in der Imkerschaft. Imker arbeiten seit weit über 100 Jahren zusammen, um Honigbienen zu züchten. Das ist auch in den Protokollen der Apimondia-Konferenzen dokumentiert.
Ich konnte in der Konferenz darüber berichten, wie wir 2014 die erste Publikation über genetisch veränderte Bienen entdeckten, wonach eine Universität in Deutschland unsere europäische Honigbiene – Apis mellifera – modifiziert hatte. Niemand hatte die 620.000 Bienenzüchter in der EU um Erlaubnis gefragt. 2016 waren genetisch veränderte Bienen Gegenstand einer Publikation aus Japan. Wieder wurde die europäische Honigbiene – Apis mellifera – modifiziert und niemand fragte die Imker um Erlaubnis.
Als Koordinator der Apimondia Arbeitsgruppe für Bienenzucht und GVO weiß ich, was mit Landwirten mit patentierten Saatgut passiert ist. Wir sind aktiv, um Bio-Piraterie im Bereich der Bienen zu verhindern.
Ich hatte im Programm die Möglichkeit, unsere Apimondia Open Source Lizenz vorzustellen. Es waren auch Teilnehmer von AGRECOL da, die an der Open Source Lizenz für Saatgut arbeiten, welche wir als Vorbild für unseren Text verwenden durften. Aus diesem Kreis wird es eine weitere Konferenz über Open Source Licensing der genetischen Ressourcen der bäuerlichen Landwirtschaft geben, zu der auch unsere Bemühungen gehören, die Rechte der Imkerschaft zu schützen.
Wir werden auch auf der Ebene der Apimondia arbeiten, um die Einbeziehung unserer Interessen in die neue UN-Erklärung zu erreichen.

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