DLG Thesen zur Landwirtschaft – DBIB begrüßt beginnendes Umdenken in der Agrarpolitik

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat mit Blick auf die Weiterentwicklung der Landwirtschaft bis zum Jahr 2030 zehn Thesen veröffentlicht, die wir auch für die Imkerei für signifikant halten.
Unsere These war ja schon immer „Agrarpolitik ist auch Bienenpolitik“, weil die Kulturen der Landwirte von unseren Bienen beflogen werden und so die Gesundheit unserer Bienen und die Gesundheit und Vermarktbarkeit unserer Bienenprodukte stark davon anhängen, was auf diesen Flächen passiert.
Daher begrüßen wir, dass das von uns seit Jahren geforderte Umdenken jetzt in bei der DLG begonnen hat und hoffen, dass auch andere Organisationen im Bereich der Landwirtschaft sich auf diesen Weg begeben.
Mit dem Siegel für zertifiziert bienenfreundliche Produktion haben wir schon viele Jahre Erfahrung damit, konstruktiv an Produktionsweisen zu arbeiten, die sowohl bienenfreundlich als auch existenzsichernd für den Landwirt sind.
Wir können hier nur die Zusammenfassung der Thesen veröffentlichen. Den vollständigen Text findet man auf der Internetseite der DLG: www.dlg.org/5433.html
Darin finden sich Aussagen, die zu unseren Initiativen gut passen. Ein Beispiel ist der von uns vorangetriebene Umstieg vom chemischen auf den digitalen Pflanzenschutz:
Beim Pflanzenschutz sollten präventive ackerbauliche Verfahren und die Nutzung technischer Innovationen (GPS, Sensoren, Robotik) für den mechanischen Pflanzenschutz verstärkt werden.
Leider fehlen Bienen und Bestäuber auch in diesem Text. Dennoch sind viele Thesen ein Ansatzpunkt für einen Dialog für den wir offen sein sollten.
DLG Thesen zur Landwirtschaft
These 1: Wissen, Können und Wollen in Übereinstimmung bringen. Der Landwirt braucht eine fundierte und umfassende Ausbildung und muss sich als ehrbarer Unternehmer von seinem Berufsethos leiten lassen. These 2: Nährstoffüberschüsse, Artenrückgang, Klimawandel und Tierwohl in den Griff bekommen. Dafür sind Innovationen notwendig. So werden die Produktionssysteme nachhaltig. These 3: Innovationen ermöglichen. Innovationsbereitschaft, Erfindergeist, Forschungsfreiheit und angemessenes Risikomanagement sind wesentliche gesellschaftliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Landwirtschaft. These 4: Tierhaltung zukunftsfähig machen Wirtschaftlichkeit und Tiergerechtheit sind in der Nutztierhaltung gleichermaßen wichtig. Zielkonflikte können durch präzise Tierbeobachtung, sorgfältige Tierbetreuung, gute Genetik und innovative Tierhaltungssysteme minimiert werden. These 5: Pflanzenbau mit Umwelt und Naturschutz in Einklang bringen. Artenrückgang, Nährstoffüberschüsse und Resistenzen lassen sich vermindern. Sensibilisierung der Akteure, innovative Technik, leistungsfähige Sorten, präzise Düngemittel, wirksame und umweltverträgliche Pflanzenschutzmittel helfen dabei. These 6: Die revolutionären Potenziale der Digitalisierung konstruktiv nutzen. Der Strukturwandel gewinnt auch durch Digitalisierung weiter an Dynamik. Strukturen und Beziehungen in der Wertschöpfungskette Lebensmittel ändern sich fundamental. Digitalisierung sollte für nachhaltige Produktivitätssteigerung genutzt werden. These 7: „Faszination Landwirtschaft“ erklären. Landwirte sollten sich der Auseinandersetzung mit der Gesellschaft stellen. Diese Auseinandersetzung sollten von jedem Beteiligten fair und respektvoll geführt werden. Dazu gehören Zuhören, realistische Selbsteinschätzung, sachliches Argumentieren und mutige Handlungsbereitschaft. These 8: EU-Agrarpolitik weiterentwickeln. Mit öffentlichen Geldern sollten nachhaltige Produktionsweisen unterstützt werden. Durch Indikatoren sollten die so erbrachten Leistungen und die Wirksamkeit der Politikprogramme quantifiziert und transparent dokumentiert werden. These 9: Internationalen Agrarhandel mit Zielen der Entwicklungspolitik in Einklang bringen. Handel braucht verbindliche Standards zu Nachhaltigkeit, Good Governance und Korruptionsbekämpfung, um Produktionsdefizite ausgleichen und Wohlstand für alle Partner schaffen zu können. These 10: Die Wertschöpfungskette Lebensmittel und den ländlichen Raum stärken. Die Agrar- und Ernährungsbranche ist ein starkes Segment der Gesamtwirtschaft. Ohne eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft, die in einen vitalen ländlichen Raum eingebunden ist und die eine lokal produzierte Rohstoffbasis sicherstellt, wandert die Ernährungswirtschaft aus Deutschland ab.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.