„Ohne Gentechnik“ Kennzeichnung von Honig

«der berufsimker» DBIB news 4/2011

„Ohne Gentechnik“ Kennzeichnung von Honig

Laut repräsentativen Umfragen, mit immer ähnlichen Ergebnissen seit über zehn Jahren, lehnen ca. 75% der Verbraucherinnen und Verbraucher den Einsatz von gentechnisch ver- änderten Pflanzen in der Landwirt- schaft und Lebensmittelherstellung ab. Unter Umständen ist es ein zu- sätzliches Verkaufsargument, wenn der Honig eine „Ohne Gentechnik“ Kennzeichnung trägt.

Das EG-Gentechnik-Durchfüh- rungsgesetz (EGGenTDurchfG) regelt die „Ohne Gentechnik“ Kennzeichnung von Lebensmitteln. Die Kennzeichnung von Honig wird dort nicht gesondert behandelt. Zudem hat das EuGh Urteil vom 6. September 2011 die Rechtslage konkretisiert. Beides hat den Ver- band Lebensmittel Ohne Gentech- nik e.V. (VLOG) dazu bewogen in Abspräche mit Imkern und Juristen Kriterien für die „Ohne Gentech- nik“ Kennzeichnung von Honig und anderen Imkererzeugnissen zu erarbeiten.

Der VLOG repräsentiert Lebens- mittelhersteller und -händler sowie die vor- und nachgelagerten Berei- che der Lebensmittelproduktion. Er setzt sich für eine Lebensmit- telerzeugung ohne Gentechnik ein, betreibt Verbraucheraufklärung und vergibt für entsprechend hergestellte Lebensmittel Lizenzen für das ein- heitliche Siegel „Ohne GenTechnik“

.Erklärtes Ziel bei der Schaffung der Kriterien war es auf Laboranalysen zu verzichten. Zum einen können sie keinen Aufschluss darüber geben, ob die Bienen Nektar von gentech- nisch veränderten (GV) Pflanzen gesammelt haben, und zum anderen verursachen die Analysen extrem hohe Kosten. Vielmehr setzen die Kriterien auf die Einhaltung von ei- nem 10 Kilometer Abstand der Bie- nenstöcke zu jeglicher Anpflanzung von GV-Pflanzen.

Die Kriterien im Überblick:

  • Der Honig darf keinen Pollen von GV-Pflanzen enthalten.
  • Abstand der Bienenstöcke zu GV-Pflanzen in den letzten zwei Jahren mindestens zehn Kilometer. Dabei spielt es keine Rolle um welche GV-Pflanzen es sich dabei handelt und ob sie kommerziell oder in Frei- setzungsversuchen angebaut wurden.
  • Nachweis über das Standort- register (in Deutschland) oder vergleichbarer Systeme bzw. funktionierender gentech- nikfreier Regionen (im Aus- land). Für Bienenstandorte in Deutschland muss eine Selbst- verpflichtungserklärung ausge- füllt und die genauen Standorte der Bienen angegeben werden.
  • In den Bienenstock eingeführte Futter- oder Pollenwaben müs- sen die gleichen Kriterien erfül- len wie der Bienenstock.
  • Die Bienen dürfen in den letz- ten 12 Monaten kein Futter erhalten haben, das als gentech- nisch verändert gekennzeichnet war.
  • Selbstverständlich dürfen auch dieBienenselbernichtgentech- nisch verändert sein.

    Die vollständigen Kriterien, An- tragsunterlagen zur Siegelnutzung und viele weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des VLOG unter www.ohnegentechnik.org.

    Alexander Hissting
    Sprecher des „Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.„

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