CRW 5116Im Rahmen der Eröffnung des Großimkertages Soltau 2013 wird wieder der Schwarze Pinsel an Personen in Politik und Wissenschaft verliehen, die durch Entscheidungen der Imkerei am meisten geschadet haben.

In diesem Jahr geht dieser Preis unter anderem an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), weil sie den Standpunkt vertritt, dass Deutschland als Chemiestandort die Rahmenbedingungen für die Agro-Gentechnik verbessern muss.

Zitat: "Sie gestatten sicherlich noch einen abschließenden Satz zu der Gentechnik. (...) Deutschland ist ein Chemiestandort. Und wir müssen es schaffen, gentechnisch veränderte, nachwachsende Rohstoffe nicht zum Konsum, zum Essen, sondern für die chemischen Reaktionen herzustellen. Die Bedingungen sind jetzt schlechter als in allen anderen europäischen Ländern, das ist die Wahrheit. Und deshalb wird Deutschland sich auf diesem Gebiet nicht so entwickeln, deshalb werden wir das auch ändern. (...) Das ist von der BASF bis zu anderen Chemieunternehmen eine ganz wichtige Sache."

Manfred Schwarzer Pinsel kleinDiese Position hat der Imkerei in Deutschland massiv geschadet. Die Folge davon war und ist die Intensivierung der Versuchsanordnungen für Freilandversuche von Gentech-Pflanzen, bessere Rahmenbedingungen für Biogaserzeugung durch Mais-Monokulturen durch hohe Subventionen und der damit einhergehende massive Pestizideinsatz durch Neonikotinoide und andere Gifte wie Glyphosat.

Markus ImhoofPestizide, Antibiotika, Monokulturen - Bienen schweben in höchster Gefahr. Dies zeigt der Film "More than Honey" von Markus Imhoof. Da Imhoof in einer Imkerfamilie aufwuchs, berührt ihn das Thema auf ganz besondere Weise. Im Landesschau Studio spricht er über die Arbeit an dem Film und die Auswirkungen des Bienensterbens.

SWR: Gast im Studio: Markus Imhoof, Filmemacher

5.12.2012 | 18.45 Uhr | 10:22 min

 

Link zum Video in der SWR-Mediathek:
http://swrmediathek.de/player.htm?show=2e73d300-3f12-11e2-ae8c-0026b975f2e6

Der Physiker Albert Einstein soll einmal gesagt haben: „Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus.“ Im Dokumentarfilm MORE THAN HONEY geht der renommierte Schweizer Regisseur und Enkel einer Imkerfamilie Markus Imhoof („Der Berg“, „Die Reise“, Oscar®-Nominierung für „Das Boot ist voll“) dem rätselhaften Bienensterben auf den Grund.

Mit ungeahnter Präzision macht er das Leben der Biene sichtbar und porträtiert diejenigen, die am meisten davon profitieren: die Menschen. Während ein Schweizer Bergimker das Bienensterben mit Traditionstreue abzuwehren versucht, ist die Apokalypse in China schon längst Realität. Imhoof trifft hier auf das Geschäft mit den Pollen. Er spricht mit einem quer durch die USA ziehenden Bienenchauffeur und mit Königinnenzüchtern, die ihre lebendige Ware per Post in die ganze Welt verschicken. Imhoofs tief beeindruckende Bestandsaufnahme des Bienenlebens verdichtet sich zu einer traurigen Diagnose unserer Zeit, in der Naturprodukte massenhaft verfügbar sein müssen. Die Biene steht im Zentrum dieses Widerspruchs, denn keinem anderen Tier wird heute so rigoros beides abverlangt: Quantität und Qualität.

Markus Imhoof spürt den Bedeutungen nach, die die Biene seit ewigen Zeiten für den Menschen verkörpert und wagt einen schrecklich schönen Blick in den Abgrund, der eine Welt ohne Bienen zweifellos wäre.

 
morethanhoney

Geben Sie den Bienen Ihre Stimme!

Imker im Januar gemeinsam nach Berlin zur Demo "Wir haben es satt" am 19. Januar 2013

Start des Traktorenzuges: 9:30 Uhr
Auftakt zur Demonstration, Berlin Hauptbahnhof, Washingtonplatz: 10:30 Uhr
Demonstration zum Kanzleramt mit Abschlusskundgebung: 11:30 Uhr

DemoAls Imker spielen wir eine entscheidende Rolle für die Lebensmittelversorgung und die Artenvielfalt. Deshalb sollten wir aktiv werden, wenn es um die künftige EU-Agrarpolitik geht - besonders im Wahljahr 2013. Deshalb: Gehen Sie zur Demonstration „Wir haben es satt“ am 19. Januar anlässlich der Grünen Woche in Berlin! Die Demonstration wird von der Initiative „Meine Landwirtschaft“ organisiert, in der sich Naturschutz- und Bauernverbände, Kirchen und Gewerkschaften zusammengeschlossen haben. Im letzten Jahr zeigten 24.000 Menschen dort Flagge. Aber leider fast keine Imker… Das wollen wir ändern und unsere Rolle für die Gesellschaft deutlich machen. Hier können Sie sich zunächst in eine Liste eintragen, um Fahrgemeinschaften zu bilden oder die gemeinsame Fahrt mit einem Bus zu planen.