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Die deutschen Imker- und Naturschutzverbände haben zum Thema Neonikotinoidverbot einen offenen Brief an Umweltminister Peter Altmaier geschickt, um nochmals auf die dringenden Probleme dieser Wirkstoffe auf die Bienengesundheit und Einwirkungen auf die Natur hinzuweisen.

Hier ein Auszug:

"...wie Sie sicher über die Presse informiert worden sind, haben sich die deutschen Imker in den letzten Monaten verstärkt an die Öffentlichkeit und die Politik gewandt, um auf die Bedrohung der Bienen und der Imkerei durch hochgradig bienengefährliche Pflanzenschutzmittel, insbesondere der Neonicotinoide, aufmerksam zu machen.

Es geht den Imkerverbänden dabei nicht nur um die Auswirkungen auf die Produktion von wertvollen Bienenprodukten, vielmehr gehört es zum Selbstverständnis der Imkerschaft auch auf die Wildbienen zu achten. Viele Imker schaffen auch Nistmöglichkeiten für andere Bestäuber und beobachten deren Entwicklung sehr genau. Als Imker sind wir uns bewusst, dass die Honigbiene einer der wichtigsten Umweltindikatoren überhaupt ist, weil sie stellvertretend für viele Insekten steht, die nicht unter so genauer Beobachtung stehen. Es ist daher unsere Aufgabe, ihr Anwalt zu sein.

Die immer weiter voranschreitende Intensivierung der deutschen Landwirtschaft hat insgesamt massive Folgen für die Umwelt, das Überleben vieler Insekten sowie der von diesen und von ihnen bestäubten Wildpflanzen und den davon  lebenden Vögeln. Der wissenschaftlich vielfach dokumentierte massive Rückgang der Biodiversität ist die logische Konsequenz.

Es gilt, sich wieder auf die Möglichkeiten der bekannten guten fachlichen Praxis mittels einer Fruchtfolge zu besinnen und nicht zu schädigenden chemischen Mitteln zu greifen. Herr Minister Altmaier, Sie stehen in einer besonderen Verantwortung gegenüber der zukünftigen Entwicklung unserer biologischen Vielfalt." ...

 Den gesamten Brief als PDF-Download:

 

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Der von der Bundesregierung heute vorgelegte Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist ein zahnloser Papier-Tiger. Er formuliert sehr allgemein gehaltene Ziele ohne Erfolgskontrolle und ohne Zeithorizont.

So heißt es im Plan zum für Imker wichtigen Punkt „Reduktion der Belastung von blütenbestäubenden Insekten mit Pflanzenschutzmitteln“ dass es „keine quantifizierte Zielstellung“ gäbe und der Zeitpunkt zur Erreichung von diesem Ziel „offen“ sei.

Zudem steht in dem Plan der Bundesregierung ausdrücklich „Der Nationale Aktionsplan setzt auf eine freiwillige Umsetzung der Maßnahmen und versucht Anreize zu setzen. Auf ordnungsrechtliche Maßnahmen, die über das geltende Recht hinausgehen, wird bewusst verzichtet.“.

„Wir begrüßen zwar, dass die Ergebnisse des Bienenbrotmonitorings als Indikator in den Plan einbezogen worden sind“, sagte Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.), „jedoch gibt es keine Vorgaben, die sicher zu einer Reduktion dieser Werte führen werden und ebenfalls keinen Zeitpunkt zu dem irgendetwas erreicht werden soll.“

„Dieser Aktionsplan wird in der Praxis keinerlei Spuren hinterlassen“, äußerte Manfred Hederer, Präsident des Deutschen Berufs und Erwerbsimkerbundes (DBIB).

Wohin diese Politik führt zeigt das Beispiel der bienengefährlichen Neonicotinoide.

Die Deutschen Imkerverbände fordern weiterhin ein Verbot dieser Neonicotinoide und darüber hinaus verbindliche Reduktionsschritte und Ziele, deren Umsetzung öffentlich dokumentiert werden sollte.

Deutscher Imkerbund e.V., Wachtberg
Deutscher Berufs und Erwerbsimkerbund e.V., Utting
Bundesfachausschuss Imkerei, Bioland, Scheyern
Bundesfachgruppe Demeter Bienenhaltung, Steinheim
Mellifera e.V., Rosenfeld
Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker, Nanzdietschweiler
European Professional Beekeepes Association, Seeshaupt

 

Kommissionsvorschlag für Teilverbote für bienengefährliche Neonicotinode verbessert Bienenschutz

15.03.2013: Die Deutschen Imkerverbände protestieren gegen die irreführende Tatsachenverdrehung und Verbreitung von täuschenden Halbwahrheiten durch das Bundeslandwirtschaftsministerium bezüglich des Kommissionsvorschlages zum Teilverbot bienengefährlicher Pestizide.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium erweckt mit der Darstellung in seiner gestrigen Pressemitteilung (Nr. 84 vom 14. März) den Eindruck, der Kommissionsvorschlag würde den Bienenschutz in Deutschland deutlich verschlechtern. Dies ist sachlich falsch. Zwar ist es richtig, dass die Bereiche Wintergetreide und auch die Produktion von Saatgut nicht vom
Kommissionsvorschlag erfasst sind. Aigners Ministerium verschweigt allerdings, dass laut dem Kommissionsplan Anwendungen der drei Neonicotinoid-Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiomethoxam für fast alle bienenattraktiven Kulturen wie Raps, Sonnenblumen und Obstkulturen für zwei Jahre verboten würden, im Gegensatz und damit erheblich besser als zur Zeit in Deutschland. Der Vorschlag der EU-Kommission für ein Teilverbot der
Neonicotinoide stellt einen Meilenstein für den Bienenschutz und insgesamt eine wesentliche Verbesserung des Status Quo in Deutschland dar. Zudem bleibt es Deutschland weiterhin möglich, über den Kommissionsvorschlag hinausgehende Anwendungsbeschränkungen für Wintergetreide und Saatgutproduktion zu erlassen. Die in der gestrigen Pressemitteilung vergossenen Krokodilstränen sind daher vollkommen unangebracht.

Die gestrige Pressemitteilung ist der traurige Höhepunkt des doppelzüngigen Verhaltens des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Bezug auf den Kommissionsvorschlag. Während sie durch raffiniert gewählte Formulierung suggeriert hat, sie unterstütze den Kommissionsvorschlag, agiert sie seit Wochen intensiv hinter den Kulissen für dessen Aufweichung. So zum Beispiel vor einer Woche durch den über Ungarn lancierten Vorschlag, nationale
Ausnahmeregelungen zuzulassen. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich nicht länger vor den Karren der chemischen Industrie spannen zu lassen, sondern ihren Sonntagsreden zum Bienenschutz endlich durch konsequentes Handeln Glaubwürdigkeit zu verleihen.

(Vollständiger Text im Anhang...)

 

Thüringer Imkerverbände und der NABU Thüringen stellen gemeinsame Position vor

Pressekonferenz Weimar kleinDie Thüringer Imkerverbände und der NABU Thüringen stellen in Weimar ihre gemeinsame Position zur Situation der bestäubenden Insekten vor. Zunehmende Umweltbelastungen und der Mangel an artenreichen Blütenpflanzen machen Honigbienen, Wildbienen und vielen anderen Insekten das Leben schwer.

Das Summen der Bienen in einem blühenden Obstbaum ist ein Stück Lebensqualität und gehört zum Frühling wie der erwachende Gesang der Vögel. Doch vielerorts verstummt dieses Summen in der Landschaft. Viele Bienenvölker kämpfen, geschwächt durch zahlreiche Umweltfaktoren, um ihr Überleben. Die Zahl der Bienenvölker, die diesen Kampf verlieren, ist jedes Jahr bedenklich hoch. Aber auch die Vielfalt von Wildbienen und der von ihnen bestäubten Blütenpflanzen ist während der letzten Jahrzehnte merklich zurückgegangen. Dies hat gravierende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem.

Damit sich an dieser Situation etwas ändert, haben der Landesverband Thüringer Imker, die Landesgruppe des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes, die Buckfast-Imker Sachsen-Anhalt-Thüringen sowie der NABU Thüringen eine gemeinsame Position mit Forderungen zur Verbesserung des Lebensraums für bestäubende Insekten an Politik und Landwirtschaft verfasst.

Die Verbände fordern unter anderem von der Landesregierung einen Aktionsplan für blühende Landschaften. Dieser muss über alle Naturräume und Landnutzungsformen hinweg einen Mindestanteil von 10 Prozent ökologischer Vorrangflächen sichern. Das gilt in erster Linie für das Offenland. Durch ökologische Vorrangflächen soll die Biodiversität gefördert werden. Blühstreifen und Ackerraine mit regionaltypischen und insektenfreundlichen Pflanzen können dazu beitragen, so die Verbände.

Die Position beinhaltet auch ein Verbot von Neonicotinoiden und anderen bienengefährlichen Wirkstoffen. Solche Mittel können bei den Bienen zu Flug- und Navigationsproblemen führen, sie können die Fortpflanzungsfähigkeit einschränken oder sogar zum Tod der Bienen führen.

Die Thüringer Imkerverbände und der NABU sind überzeugt, dass ein gemeinsames Handeln für eine bienenfreundliche Umwelt zum Erfolg führt. Die Unterzeichner der Position werden auch in der Zukunft sehr eng zusammenarbeiten, wenn es um das Ziel blühender Landschaften in Thüringen geht.